Das Thema kenn ich gut, ich hab mich auch lange damit beschäftigt bevor ich wirklich Entscheidungen getroffen hab. Rürup ist für Selbstständige tatsächlich interessant, weil die Beiträge als Sonderausgaben absetzbar sind – 2026 sind das meines Wissens bis zu 27.566 Euro pro Jahr (für Alleinstehende), und du kannst den Beitrag flexibel gestalten, also auch mal weniger einzahlen wenn ein schlechteres Quartal kommt. Das ist ein echter Vorteil bei schwankendem Einkommen.
Das Gegenargument: das Kapital ist nicht vererbbar und du kommst vor 62/67 nicht ran. Also wirklich illiquide.
Ich hab ehrlich gesagt parallel auf Rohstoffthemen geschaut – bei Soja-ETFs und Ähnlichem – aber für die Basisabsicherung im Alter führt da kein Weg dran vorbei, ne strukturierte Vorsorgelösung aufzubauen. ETF-Depot zusätzlich würde ich trotzdem empfehlen, einfach als flexiblen Baustein. Du solltest nicht alles in eine illiquide Lösung stecken.
Ich hatte kürzlich auch einen Thread zu Prioritäten bei Investitionen (Klimaanlage vs. ETF-Sparplan - wie Prioritäten bei Inflation setzen?), und das Grundproblem ist ähnlich: wo fängt man an wenn man viele Optionen hat aber begrenztes Kapital?
Für Selbstständige würde ich erstmal empfehlen, eine vernünftige Liquiditätsreserve zu haben (6-12 Monate laufende Kosten) bevor man in illiquide Vorsorgeprodukte investiert. Gerade wenn das Einkommen schwankt, ist das absolut kritisch. Rürup hat einen entscheidenden Nachteil: du kommst nicht ran wenn es mal eng wird.
Danach: ein einfaches ETF-Depot als flexibler Kern, und wenn der Steuervorteil durch Rürup wirklich signifikant ist (also wenn du regelmäßig gut verdienst), dann als Ergänzung. Aber nicht als Hauptlösung.