Hallo zusammen, ich bin seit einigen Jahren IT-Consultant und habe mir vor etwa 8 Jahren eine klassische Lebensversicherung zugelegt – damals als ich noch nicht so viel über Finanzoptimierung wusste. Inzwischen bin ich etwas weiser geworden und nutze diverse Tools und Apps, um mein Vermögen strategischer aufzubauen.
Mittlerweile zahle ich monatlich etwa 120 Euro für die Police ein. Die Versicherung hat einen Rückkaufswert von knapp 6.500 Euro aufgebaut. Meine Frage: Sollte ich diese Versicherung komplett kündigen und das Geld in einen ETF-Sparplan umschichten, oder ist es cleverer, sie beitragsfrei zu stellen und einfach liegen zu lassen?
Mich interessiert besonders der finanzielle Vergleich: Wie viel verdiene ich langfristig mehr mit nem ETF-Sparplan im Vergleich zum aufgelaufenen Deckungskapital? Und gibt es da versteckte Kosten bei der Kündigung, die ich berücksichtigen sollte? Hat hier jemand Erfahrung damit gemacht?
Danke für eure Einschätzungen!
Hey Maximilian, gute Frage! Ich bin regelmäßig auf der Suche nach solchen Optimierungspotentialen und habe mir auch schon ähnliche Policen angeschaut. Das Wichtigste: Schau dir erst mal den aktuellen Rückkaufswert UND die erwartete Endsumme bei Ablauf an – viele vergessen das zweite Teil. Bei 6.500 Euro Rückkauf mit noch 20+ Jahren Laufzeit könnte die Police am Ende 12.000-15.000 Euro abwerfen, abhängig von der Garantieverzinsung.
Wenn du das Geld in nen ETF-Sparplan mit 120 Euro monatlich packst – bei 7% Rendite im Schnitt – kommst du über 20 Jahre auf ne deutlich höhere Summe. Aber Achtung: Bei Kündigung zahlst du Abschlusskosten und Verwaltungsgebühren zurück, die werden dir vom Rückkaufswert abgezogen. Das kann schnell 10-15% sein.
Meine Strategie: Erst die genauen Zahlen von der Versicherung holen, dann kalkulieren.
Moment – ich muss hier mal widersprechen. Die Renditeversprechen von ETFs sind ja schön und gut, aber ihr vergesst systematisch die Volatilität und die psychologische Komponente. Bei 120 Euro monatlich über 20 Jahre brauchst du eine ziemlich stabile Hand, wenn der Markt mal 30% im Jahr nach unten geht.
Die Lebensversicherung hat zwar miese Renditen, aber die sind GARANTIERT. Das ist für viele Menschen psychologisch wertvoll – auch wenn es finanziell nicht optimal ist. Die Frage lautet also nicht nur "Was bringt mehr Geld?" sondern auch "Wer bin ich beim Investieren?" Für ETF-Sparer brauchst du ein starkes Nervenkostüm.
Maximilian, interessante Überlegung. Ich bin selbst gerade wieder dabei, meine ganze Vorsorgeplanung nach der Familienzeit zu überdenken – wie ich ja hier im Forum schon öfter erwähnt habe. Bei mir kam die Lebensversicherung auch aus ner Phase, wo ich weniger selber recherchiert habe.
Bei deiner Entscheidung würde ich folgende Punkte checken: Ist die Police Teil deiner Absicherungsstrategie (Todesfall-Schutz) oder rein als Geldanlage gedacht? Falls nur Geldanlage – dann ETF. Falls Schutz wichtig ist, dann musste vorher klären, wie du das dann anders deckst. Und ganz praktisch: Bei Kündigung fragst du explizit nach den Stornokosten – die sind oft versteckt in den Geschäftsbedingungen.