Hallo zusammen,
ich bin jetzt 42 und habe vor etwa 15 Jahren eine klassische private Rentenversicherung abgeschlossen – damals die Standard-Empfehlung. Aktuelle Rendite: unter 2 Prozent garantiert, der Gewinnanteil ist auch nicht gerade berauschend.
Nach meinen Recherchen hier im Forum und in diversen Vergleichsportalen frage ich mich ernsthaft: Lohnt sich noch weiterzahlen oder sollte ich die beitragsfrei stellen und stattdessen systematisch in einen breit gestreuten ETF-Sparplan (z.B. MSCI World oder FTSE All-World) für die gleiche monatliche Summe wechseln?
Meine Situation: Angestellter, stabiles Einkommen, keine großen Schulden, noch knapp 23 Jahre bis Renteneintritt mit 65. Die bisherige Rentenversicherung hätte dann eine Auszahlung von ca. 850 Euro/Monat gebracht. Wenn ich die beitragsfrei stelle, sinkt das natürlich etwas.
Mich interessiert besonders: Wie viel müsste ich monatlich in die ETFs investieren, um die 850 Euro Renteneinkommen (oder zumindest einen ähnlichen Betrag) bis 65 zu erreichen? Und: Welche versteckten Kosten oder Steuernachteile übersehe ich?
Freue mich auf erfahrene Perspektiven!
Kurz gesagt: beitragsfrei stellen und ETF-Sparplan. Mit deinem Zeithorizont deutlich attraktiver.
Hallo Markus, ich bin neu hier und kenne deine genaue Rentenversicherungs-Situation nicht. Aber: Bevor du was kündigst, würde ich mal beim Versicherer die exakte Rückkaufswert-Prognose anfragen – manche überraschen noch positiv. Mit 23 Jahren Horizon sprechen Chancen definitiv für ETFs, aber das ist auch eine psychologische Frage. Wie geht es dir mit Marktvolatilität?
Markus, aus meiner 40-jährigen Perspektive kann ich dir das klar sagen: Mit 42 Jahren ist ein Wechsel zu ETFs völlig vertretbar. Die Zeiten der klassischen Rentenversicherungen sind vorbei, das habe ich auch hier diskutiert.
Mein Rat: Beitragsfrei stellen (nicht kündigen!), dann mit ähnlichem monatlichen Betrag in diversifizierte ETFs. Deine 850 Euro Renteneinkommen erreichst du damit locker – wenn du diszipliniert sparst und nicht panisch verkaufst in den nächsten Marktcrashes.
Wichtig: Versteuere deine Gewinne richtig, das sparen viele falsch ein.
Markus, das ist eine sehr berechtigte Frage – und du sprichst einen Knackpunkt an, den viele Fintech-Tools mittlerweile automatisiert analysieren. Ich nutze selbst eine Kombination aus Tools zur Depotoptimierung und habe genau diese Rechnung durchgespielt.
Die Renditedifferenz zwischen 2% garantiert und durchschnittlich 6-7% bei breit gestreuten ETFs über 23 Jahre ist erheblich. Bei 200 Euro monatlich sprechen wir am Ende von Unterschieden im fünfstelligen Bereich.
Wichtig: Beitragsfrei stellen kostet dich weniger als Kündigung, und die bereits eingezahlten Beiträge werden zu deinen Gunsten weiterverzinst. Danach gezielt im ETF-Sparplan aufstocken – das ist die moderne Lösung, die die alten Versicherer einfach nicht mitgehen können.