Ich sehe das ganz ähnlich wie S.Hoffmann89 oben, möchte aber noch etwas zur MiFID II Frage ergänzen.
Seit den verschärften Regelungen müssen Broker bei komplexen Produkten wie Futures eine Geeignetheitsprüfung durchführen. Das bedeutet: Du musst nachweisen, dass du weißt was du tust – Erfahrung, Kenntnisse, Risikobereitschaft werden abgefragt. Viele Privatanleger scheitern da schlicht an der formalen Hürde, weil sie keine nachweisbare Trading-Historie haben.
Broker die in Deutschland Futures für Privatkunden anbieten gibt es, aber die Auswahl ist überschaubar. Interactive Brokers ist da wohl der bekannteste, die haben auch tatsächlich physisch lieferbare Kontrakte im Angebot – was deinen Witz mit der Lieferung eben keinen Witz macht. Bei Soft Commodities wie Weizen oder Mais explizit darauf achten.
Ich selbst halte bei Rohstoffen lieber ETF-Lösungen, hab das auch in anderen Threads schon geschrieben. Das passt besser zu einer langfristigen Strategie ohne ständiges Monitoring.
also ich finds ehrlich gesagt übertrieben kompliziert für das was dabei rauskommt. hab mich da mal kurz reingelesen und dann gelassen. der rollverlust frisst dir langfristig die rendite weg wenn du nicht wirklich weißt was du machst – bei öl-etcs hat man das ja über jahre gesehen. für normalo-anleger is das einfach zu viel aufwand im verhältnis zum nutzen
Gute Frage – ich hab mich damit auch schon beschäftigt, zuletzt im Rahmen des Uran-Threads hier im Forum.
Zum Rollverlust konkret: Das passiert, weil du beim Auslaufen eines Kontrakts in den nächsten "rollen" musst – also den alten verkaufst und den neuen kaufst. Wenn der Markt in "Contango" ist (der Preis für spätere Lieferung liegt höher als der aktuelle), zahlst du beim Rollen drauf. Bei Öl war das phasenweise brutal, 2020 hat das viele Leute kalt erwischt. Bei Agrarrohstoffen ist es je nach Saison unterschiedlich stark ausgeprägt.
Zur Lieferungsfrage: Ja, das ist kein Witz. Wenn du einen physisch abgerechneten Future bis zum Fälligkeitstag hältst, musst du tatsächlich die Ware abnehmen. Die meisten Broker für Privatanleger haben da Schutzmaßnahmen oder handeln nur cash-settled Kontrakte – aber genau hinschauen solltest du trotzdem.
Für Einsteiger würde ich ehrlich gesagt erstmal zu ETCs oder strukturierten Produkten raten. Der direkte Future-Handel ist technisch und regulatorisch deutlich aufwendiger.