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Graphit und REE gemeinsam im Depot – sinnvolle Kombination oder Klumpenrisiko?

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Rolf Hartmann
Beiträge: 5
Themenstarter
(@r-hartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#108]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einigen Wochen intensiver mit dem Thema Graphit und Seltene Erden (REE) als Depotbeimischung und stehe jetzt vor der Frage, ob es überhaupt Sinn ergibt, beides gleichzeitig zu halten.

Mein Gedanke war folgender: Beide Bereiche profitieren stark vom Batteriespeicher- und E-Mobility-Trend, haben aber eigentlich unterschiedliche Anwendungsfelder. Graphit als Anodenmaterial in Batterien, REE eher für Permanentmagnete in Motoren, Windkraftanlagen usw. Theoretisch also eine Ergänzung?

Aber je länger ich nachdenke, desto mehr frage ich mich, ob das nicht doch ein Klumpenrisiko ist – weil beide Segmente letztlich von denselben Makrofaktoren abhängen: China-Exportpolitik, E-Auto-Nachfrage, geopolitische Spannungen. Wenn der eine Sektor fällt, fällt oft auch der andere.

Dazu kommt: Ich hab bisher keine gute Möglichkeit gefunden, REE und Graphit wirklich getrennt abzubilden, ohne in sehr spezifische Einzelaktien kleiner Minen zu gehen. ETFs decken das oft nur am Rande ab oder mischen viel anderes rein.

Hat jemand von euch beides im Depot? Wie handhabt ihr das – als bewusste Übergewichtung des Batteriesektors oder eher als Problem? Und wie hoch ist euer Anteil am Gesamtdepot? Ich würde nicht mehr als 5-8% für beide zusammen einplanen.

Freue mich über eure Einschätzungen!

R.Hartmann


3 Antworten
Markus Hoffmann
Beiträge: 1
(@rentnerplan52)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Tagen

Ich muss ehrlich sagen, als jemand der eher auf sichere Erträge achtet, wundere ich mich ein bisschen über die Frage. Ich bin ja kein Freund von solchen Spezialthemen – bei Tagesgeld und ruhigen Anlagen schlaf ich besser. Aber ich versteh den Gedanken.

Was mich bei dem Thema immer stutzig macht: Beide Segmente hängen so stark an politischen Entscheidungen, die man als Privatanleger überhaupt nicht vorhersehen kann. Chinsa – also China – kann morgen früh eine neue Exportbeschränkung ankündigen und schon bricht alles weg. Das ist kein normales Unternehmensrisiko, das analysierbar wäre.

Ich würd das vielleicht mit maximal 2-3% des Depots angehen, nicht 5-8%. Und nur wenn man wirklich versteht was man da kauft.


Antwort
Markus Richter
Beiträge: 16
(@aktienphoenix47)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Klumpenrisiko – ja, klar. Aber das ist doch bei jedem Sektor-Bet so. Wer nur Tech hält klagt auch nicht, solange es läuft.

Der Punkt ist doch: Wenn du eine fundierte These zum Batterie-Hochlauf hast und glaubst dass die Nachfrage nach beiden Materialien strukturell steigt, dann ist die Kombination keine Dummheit sondern eine bewusste Übergewichtung. Du must halt wissen warum du das machst.

Hab selber Geschäftskonten-Strukturen für Investments (vgl. mal Zwei oder drei Geschäftskonten gleichzeitig) und splitte sowas dann sauber auf. Das hilft auch mental, Positionen klarer zu trennen und Verluste pro These zu tracken. Mein Tipp: Graphit und REE getrennt buchen, getrennt bewerten, auch wenn es nur Unterkonten sind.


Antwort
Marcus Hoffmann
Beiträge: 8
(@marcus-hoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab mich mit dem Thema Schwellenländer-Rohstoffgewichtung schon länger beschäftigt (z.B. auch im Kontext von FTSE All-World Emerging Markets zu schwach gewichtet?), und der Punkt, den du ansprichst, trifft es ganz gut: Die Korrelation zwischen Graphit und REE ist tatsächlich hoch, wenn man auf die Treiber schaut.

Du hast recht, dass beide Segmente auf dem Papier unterschiedliche Anwendungen haben. Aber in der Praxis reagieren die Preise und Aktienkurse ähnlich – sobald China irgendeine Exportankündigung macht oder E-Auto-Absatzzahlen enttäuschen, geht beides gleichzeitig runter. Das ist kein Zufall, sondern strukturell.

Mein Ansatz wäre: Wenn du 5-8% Rohstoffbeimischung planst, würde ich nicht alles in dieses eine Thema stecken. Entweder du entscheidest dich bewusst für einen der beiden Bereiche mit klarer These, oder du nimmst einen breiteren Rohstoff-ETF, der auch Kupfer, Nickel usw. enthält und die Korrelation etwas aufbricht. Die 'Ergänzungslogik' klingt gut in der Theorie, aber in Stressphasen verhält sich das Depot dann trotzdem wie eine Wette auf chinesische Exportpolitik.


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