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Palladium und Platin 2026: Hat sich das Chance-Risiko-Verhältnis gedreht?

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Thomas Brenner
Beiträge: 10
Themenstarter
(@t-brenner)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#107]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit ein paar Monaten intensiver mit Palladium und Platin als mögliche Depotbeimischung. Hintergrund: Ich schaue mir gerade an, wie ich mein Portfolio etwas breiter aufstellen kann, und die Platinmetalle haben mein Interesse geweckt – vor allem wegen der sich verändernden Nachfragesituation im Automobilbereich.

Palladium war ja nach dem Absturz 2024 zeitweise auf unter 900 Dollar gefallen, und auch 2025/26 hat sich der Preis nicht wirklich erholt. Der klassische Treiber – Benziner-Katalysatoren – schwächelt wegen der E-Auto-Verschiebung. Gleichzeitig lese ich, dass Platin eigentlich von der Wasserstoffwirtschaft profitieren könnte, also Brennstoffzellen etc. Aber das scheint sich noch nicht wirklich im Preis widerzuspiegeln.

Meine Fragen:
- Macht Palladium bei dem aktuellen Preisniveau überhaupt noch Sinn, oder ist der strukturelle Gegenwind zu stark?
- Ist Platin eine sinnvollere Alternative oder lauert da auch eine Enttäuschung?
- Wie würdet ihr das gewichten – physisch über ETCs oder Zertifikate?

Ich bin kein Rohstoff-Profi, hab aber schon Erfahrung mit ETFs und auch mal kurz mit Einzel-Aktien im Minenbereich. Freue mich über realistische Einschätzungen – auch wenn die ernüchternd sind. Danke!

T. Brenner


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4 Antworten
Sabine Krüger
Beiträge: 10
(@sabine89)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich steh dem ganzen Thema etwas skeptischer gegenüber als die anderen hier, muss ich sagen.

Physisch hinterlegte ETCs klingen erstmal sicher, aber da sind Lager- und Verwaltungskosten drin die auf Dauer nagen. Bei einem Rohstoff der sich seitwärts oder abwärts bewegt frißt dich die TER langsam auf. Das hab ich bei anderen strukturierten Produkten auch schon erlebt – gerade fondsbasierte Produkte wo die Kosten schön versteckt sind.

Zu Palladium: Die Nachfragekurve zeigt eindeutig nach unten, da hilft auch kein günstiger Einstiegskurs wenn der Trend strukturell gegen dich läuft. Und Platin – ja, Wasserstoff klingt schön, aber wann kommt das wirklich in der Breite? Ich warte da schon seit 2020 auf den Durchbruch.

Wenn du Rohstoff-Exposure willst würd ich eher schauen ob nicht ein breiter Rohstoff-ETC mit Platin/Palladium als kleinem Baustein mehr Sinn macht statt auf diese zwei Metalle zu wetten. Ist meiner Meinung nach das bessere Risiko-Ertrags-Profil.


Antwort
Claudia Kramer
Beiträge: 17
(@claudiak)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich kenne das Thema Kaufkraftverlust bei vermeintlich sicheren Anlagen ja gut – hab mich da in anderen Threads schon ausführlich dazu geäußert, z.B. beim Tagesgeld-Inflationsthema. Rohstoffe sind da noch mal eine ganz andere Baustelle.

Zur Frage selbst: Palladium sehe ich momentan ehrlich gesagt sehr skeptisch. Der Haupttreiber war über Jahre der Benziner-Katalysatormarkt, und der wird strukturell kleiner – das ist kein kurzfristiger Schwankung, das ist ein technologischer Wandel. Auch wenn der E-Auto-Boom zuletzt etwas gebremst hat, ist die Richtung klar.

Platin finde ich interessanter, weil es eben nicht so einseitig abhängt. Brennstoffzellen, Chemie, Schmuck – die Anwendungsfelder sind breiter. Aber: Das Wasserstoffthema ist seit Jahren 'demnächst relevant' und der Preis spiegelt das trotzdem kaum wider. Das sollte einen nachdenklich machen.

Für die Umsetzung würde ich keine Zertifikate nehmen (Emittentenrisiko), sondern wenn überhaupt einen physisch hinterlegten ETC. Aber als kleinen Depotbaustein, wirklich nur als Beimischung – nicht als Kerninvestment.


Antwort
Werner Kleinmann
Beiträge: 16
(@sparfuchs68)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich sag's mal so direkt: Palladium würd ich im Moment nicht anfassen. Hab mich bei der Frage 50k vor Nachwuchs auch schon damit auseinandergesetzt, wie man sinnvoll diversifiziert ohne unnötige Risiken einzugehen – und Palladium wäre damals wie heute für mich rausgefallen.

Das Problem ist nicht der aktuelle Preis, sondern die Angebotsseite: Russland ist nach wie vor Hauptproduzent, und je nach geopolitischer Lage kann das Angebot stark schwanken. Gleichzeitig bricht die Nachfrage langfristig weg. Das ist ne blöde Kombination.

Platin ist tatsächlich etwas anderes. Südafrika dominiert die Produktion, der Preis liegt historisch gesehen sehr niedrig im Verhältnis zu Gold. Wenn die Wasserstoffwirtschaft auch nur einen Bruchteil dessen liefert was versprochen wird, könnte das interessant werden. Aber ich persönlich warte da lieber auf konkretere Zeichen bevor ich einsteige. Der Sommer ist sowieso ne blöde Zeit um in Rohstoffe einzusteigen, Liquidität ist oft dünn im Juli/August.


Antwort
Markus Thielemann
Beiträge: 8
(@vorsorgeplus49)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurze Ergänzung zu dem was Sabine89 über die Kosten sagt: Absolut richtig. Gerade bei Seitwärtsmärkten ist die TER der stille Killer.

Ich beschäftige mich schon länger mit Vorsorge und Vermögensaufbau, und mein Grundsatz bei solchen Spezialthemen ist: Beimischung ja, aber maximal 5% des Gesamtdepots für solche Wetten – und das muss man auch als Wette benennen, nicht als Investmentstrategie.

Für Palladium sehe ich im Moment kein überzeugendes Setup. Der Angebotsrückgang aus Russland könnte zwar theoretisch preistreibend wirken, aber das ist ein geopolitisches Risiko und kein Investmentgrund. Platin halte ich langfristig für das interessantere Metall der beiden, aber auch da würde ich nicht jetzt im Juni/Juli einsteigen – die Sommermonate sind dünn was Impulse angeht, und man kann eigentlich bis September warten ohne viel zu verpassen. Nutze die Urlaubszeit lieber um dich weiter einzulesen, dann hast du im Herbst eine fundiertere Entscheidungsgrundlage.


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