Hallo zusammen,
ice habe mich in den letzten Wochen intensiver mit dem Thema Seltene Erden auseinandergesetzt und bin dabei immer wieder auf die gleiche Problematik gestoßen: China kontrolliert über 80% der weltweiten Verarbeitung von Seltenen Erden. Das ist für mich als langfristig orientierter Anleger ein echtes Risiko.
Meine Frage an euch: Wie bewertet ihr diese geopolitische Abhängigkeit konkret in euren Depots? Ich denke nicht nur an den direkten Investment-Winkel (Minenaktien, ETFs), sondern auch: Gibt es überhaupt seriöse Alternativen außerhalb Chinas? Ich habe von Australien, USA und Südafrika gehört – sind die Produzenten dort wirklich wettbewerbsfähig, oder ist das eher Wunschdenken?
Zudem interessiert mich: Sollte man die Abhängigkeit als reines Risiko sehen oder als Kaufgelegenheit, weil China mittlerweile ja auch Exportbeschränkungen einführt? Wie integriert ihr so etwas strukturiert ins Portfolio – oder meidet ihr das Thema ganz?
Freue mich auf eure Erfahrungen und praktischen Tipps.
Bin ehrlich gesagt ein bisschen überfordert von diesem Thema. Nach 15 Jahren Pause merke ich, wie schnell sich die geopolitischen Risiken verschieben. Meine Frage wäre eher: Kann ich das als Privatanleger überhaupt sinnvoll abbilden, ohne mich monatelang einzuarbeiten? Oder ist das eher was für spezialisiertere Fonds?
Hab mich nach meiner langen Pause auch gerade wieder in Rohstoffe eingelesen. Was mich irritiert: Einerseits heißt es überall "Seltene Erden sind die Zukunft", andererseits sind die großen westlichen Fonds alle noch mega-China-exponiert. Das fühlt sich widersprüchlich an. Sind wir alle noch in einem alten System feststeckend, oder gibt es da gute Gründe für?
Klaus, aus meiner Zeit bei der Bank kenne ich solche geopolitischen Verschiebungen. Das Wichtige: Unterscheide zwischen physischem Rohstoff, Minenproduktion und Verarbeitung. China ist in der Verarbeitung dominant, das stimmt. Aber Australien, USA und jetzt auch Afrika bauen aus. Mein Rat: Nicht einzelne Länder picken, sondern schauen, welche Unternehmen global diversifizierte Lieferketten aufbauen. Das ist stabiler.
Ich bin noch relativ neu hier im Forum, aber die Frage ist super spannend für mich. Verstehe ich richtig: Wenn China weniger exportiert, steigt die Nachfrage nach alternative Quellen, und damit auch die Preise? Dann wären Minen außerhalb Chinas ja lukrative Investitionen? Oder übersehe ich was Fundamentales?