Hi zusammen,
ich beschäftige mich seit Wochen mit der ETF-Auswahl und stoße immer wieder auf diese Diskussion MSCI World vs. FTSE All-World. Jetzt hab ich mal genauer hINGeschaut und mir ist aufgefallen, dass beim FTSE All-World die Emerging Markets nur etwa 11% ausmachen. Beim MSCI ACWI sind es dagegen fast 13%.
Meine Frage: Ist das nicht ein entscheidender Nachteil? Ich meine, wenn ich schon "All-World" kaufe, dann will ich doch auch eine angemessene Gewichtung der Schwellenländer. China, Indien und Co. werden in den nächsten Jahrzehnten doch deutlich wichtiger, oder?
Anderseits wird hier immer gesagt, dass man mit MSCI World + EM separat fahren soll, wegen der besseren Kontrolle über die Gewichtung. Aber ist das nicht umständlicher als einfach einen All-World ETF zu nehmen?
Wie seht ihr das? Bin gerade dabei, meinen Sparplan aufzusetzen (500€ monatlich) und will nicht gleich am Anfang einen Fehler machen. Die TER-Unterschiede sind ja marginal, aber die Gewichtung beschäftigt mich.
Ich sehe das anders. Wenn du langfristig optimieren willst, fährst du mit MSCI World + EM besser. Du kannst dann selbst entscheiden: 70/30, 80/20 oder sogar 90/10 je nach Risikoappetit.
Beim FTSE vs MSCI Thread hatte ich schon geschrieben: Die Flexibilität ist Gold wert. Gerade wenn du jung bist und noch 30+ Jahre bis zur Rente hast.
Außerdem: Die EM-Gewichtung im FTSE ist tatsächlich zu niedrig für die wirtschaftliche Realität. China allein sollte mindestens 15-20% eines Weltportfolios ausmachen.
Die 2% Unterschied bei EM sind nicht so dramatisch, wie du denkst. Erstens schwanken die Gewichtungen sowieso ständig durch Marktentwicklungen. Zweitens ist der FTSE All-World in der Replikation oft sauberer und günstiger als die ACWI-Varianten.
Ich hab übrigens letztes Jahr beim PV-Förderkredit Thread schon mal erwähnt: Man sollte nicht jede kleine Abweichung überoptimieren. Die Emerging Markets Gewichtung passt sich eh den Marktkapitalisierungen an.
Für 500€ monatlich würde ich den FTSE All-World nehmen - einfacher, günstiger, weniger Aufwand. Die paar Prozent EM-Unterschied merkst du in 20 Jahren nicht.
Also ehrlich gesagt machst du dir zu viele Gedanken. Beide ETFs sind völlig in Ordnung für einen Sparplan.
Die EM-Diskussion ist oft akademisch - in der Realität korrelieren die Märkte eh immer stärker. Ob jetzt 11% oder 13% EM macht bei 500€ monatlich keinen messbaren Unterschied.
Wichtiger ist: Fang einfach an! Viele Leute analysieren monatelang und verpassen dadurch Zeit im Markt. Pick dir einen der beiden aus (ich würde den günstigeren FTSE nehmen) und gut ist.