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ETF-Einsteiger: Wie viele Positionen brauche ich wirklich?

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Thomas Bergmann
Beiträge: 1
Themenstarter
(@t-bergmann17)
New Member
Beigetreten: Vor 10 Stunden
[#109]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit ETFs und möchte endlich meinen ersten richtigen Sparplan aufsetzen. Bisher hab ich mein Geld hauptsächlich auf Tagesgeldkonten und Festgeld geparkt – das läuft ganz ordentlich, aber ich merke, dass ich langfristig mehr brauche als 3-4% p.a. ohne Inflationsausgleich.

Jetzt stehe ich vor der Frage: Wie komplex muss ein Einsteiger-Portfolio sein? Ich lese überall unterschiedliche Empfehlungen. Manche sagen, ein einziger MSCI World oder FTSE All-World reicht komplett aus. Andere empfehlen, noch einen Emerging-Markets-ETF dazu zu nehmen, manche packen dann noch Anleihen oder Gold rein.

Mein Plan wäre monatlich so 300-400€ zu investieren. Zeithorizont mindestens 15-20 Jahre. Risikotoleranz würde ich als mittel-hoch einschätzen – ich hab keine Angst vor Schwankungen, solange ich die Strategie verstehe.

Was mich konkret interessiert:
- Ein ETF oder lieber zwei/drei?
- Falls mehrere: Welche Gewichtung?
- Macht ein Anleihen-Anteil am Anfang überhaupt Sinn?

Ich nutze aktuell Trade Republic für den Sparplan, falls das relevant ist. Den Sommer nutze ich gerade, um meine Finanzen insgesamt aufzuräumen und auf ein solides Fundament zu stellen – besserer Zeitpunkt als jetzt kommt eh nicht.

Freue mich über praktische Erfahrungen, keine Theorie aus dem Lehrbuch bitte.

Thomas


1 Antwort
Andreas Mueller
Beiträge: 5
(@andreas-mueller75)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Thomas, ich arbeite seit 15 Jahren im Finanzbereich und muss dir ein paar Dinge geradeheraus sagen.

Erstens: Ein einziger FTSE All-World oder MSCI World reicht für deinen Zeithorizont vollkommen aus. Punkt. Diese ganzen "optimierten" 5-ETF-Konstruktionen, die du irgendwo liest, produzieren hauptsächlich Komplexität und Rebalancing-Aufwand – messbar mehr Rendite bringen sie selten.

Was mich etwas stört: Du schreibst "mittel-hoch Risikotoleranz" – aber weißt du auch, wie sich ein -40% Einbruch anfühlt, wenn da echtes Geld drin steckt? Das ist kein Vorwurf, das fragt man sich halt besser vorher.

Anleihen bei deinem Zeithorizont? Nein. Das macht erst ab 50+ wirklich Sinn, wenn der Anlagehorizont kürzer wird.

Emerging Markets separat kannst du weglassen – der FTSE All-World hat die bereits drin, mit ca. 10-11% gewichtet. Beim MSCI World nicht, da fehlen sie.

Fazit: Ein ETF, konstant besparen, nicht reinschauen. Der Rest ist Rauschen.


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