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Dividendenstrategie 2026 – lohnt sich der Fokus auf Ausschütter noch?

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Marcus Kellner
Beiträge: 4
Themenstarter
(@sparfuchs84)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#119]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich jetzt seit ein paar Monaten intensiver mit Dividendenstrategien und frage mich, ob das 2026 noch ein sinnvoller Ansatz ist oder ob ich einfach alles in einen thesaurierenden All-World stecken sollte.

Mein Gedanke war eigentlich: regelmäßige Ausschüttungen geben mir ein bisschen Kontrolle und ich sehe konkret was reinkommt. Irgendwie beruhigt mich das mehr als nur auf Kursentwicklung zu hoffen. Aber ich lese überall, dass die steuerliche Behandlung von Ausschüttern im Vergleich zu Thesaurierern langfristig Nachteile haben soll wegen des Zinseszinseffekts.

Dazu kommt: Mit dem ganzen Zinsniveau der letzten zwei Jahre stellt sich mir auch die Frage, ob ich nicht einfach Dividenden-ETFs mit soliden Unternehmensanleihen kombinieren sollte statt nur auf Aktien zu setzen.

Was mich auch beschäftigt – ich hab gerade Urlaub geplant und merke, dass ich mein Geld für den Rest des Jahres eigentlich schon grob verplant hab. Also geht es mir auch ein bisschen darum, was man mit kleineren monatlichen Beträgen (so 150-200€) überhaupt noch sinnvoll macht.

Ist eine reine Dividendenstrategie 2026 noch zeitgemäß oder eher Nostalgie? Würde mich über ehrliche Meinungen freuen, auch wenn die ernüchternd sind.


4 Antworten
Thomas Krüger
Beiträge: 7
(@thomask58)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich seh das ehrlich gesagt etwas anders als H.Brckmann. Der Steuernachteil von Ausschüttern wird meiner Meinung nach oft überschätzt – solange du den Sparerpauschbetrag nicht ausgeschöpft hast, zahlst du auf Dividenden erstmal gar nichts. Für Einsteiger mit kleineren Beträgen ist das also häufig kein echtes Problem in den ersten Jahren.

Bei Dividenden-ETFs kommt es außerdem sehr drauf an welchen du nimmst. Ein globaler Dividenden-ETF hat oft einen anderen Sektormix als ein klassischer All-World – mehr Finanzen, Versorger, weniger Tech. Das ist keine schlechtere Strategie, aber eine andere Wette. Ob die aufgeht hängt von der Marktphase ab.

Ich hab mich beim Thema Rohstoff-ETFs als Depoteinstieg schon damit auseinandergesetzt wie wichtig es ist zu verstehen was man wirklich kauft, nicht nur auf die Bezeichnung zu schauen. Gleiches gilt hier.

Für 150-200€ monatlich: Ein einzelner, breit streuender Ausschütter reicht völlig. Mehr brauchst du nicht.


Antwort
Hans B.
Beiträge: 8
(@h-brckmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Frage nach Ausschütter vs. Thesaurierer kenne ich gut – ich hab mich da selbst lange mit beschäftigt, nachdem ich in einem anderen Thread über reale Rendite bei Tagesgeld diskutiert hab.

Der Steueraspekt ist real: Bei Ausschüttern zahlst du Abgeltungssteuer auf jede Dividende sofort, beim Thesaurierer läuft der Zinseszins ungekürzt weiter. Auf 20-30 Jahre macht das durchaus einen merklichen Unterschied, je nach Volumen.

Aber ich versteh auch den psychologischen Vorteil von Ausschüttungen. Wenn dich das disziplinierter macht und du dranbleibst, kann das die theoretische Renditenachteil aufwiegen. Verhaltensökonomisch ist das kein unwichtiger Punkt.

Die Kombi mit Unternehmensanleihen finde ich bei 150-200€ monatlich persönlich eher überkompliziert. Ich würde bei dem Betrag bei einem ETF bleiben, klare Linie, und erst bei deutlich mehr Volumen anfangen aufzufächern. Meine 2 Cent.


Antwort
Ralf Brenner
Beiträge: 8
(@r-brenner)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Dividendenstrategie ist 2026 nicht Nostalgie, aber sie passt halt nicht zu jedem. Kommt auf die Lebensphase an. Wer noch 20 Jahre vor sich hat und Vermögen aufbauen will, für den rechnet sich ein Thesaurierer meistens besser. Wer schon auf Cashflow aus ist – Rentner, kurz vor Rente – dem können Ausschüttungen echten Nutzen bringen.

Die Anleihen-Kombi die du ansprichst macht bei dem Betrag tatsächlich keinen Sinn, da stimm ich den anderen zu.


Antwort
Thomas Krieger
Beiträge: 10
(@thomas-krieger)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Grundsätzlich solide Frage, aber ich glaub du vermischst da ein paar Dinge die man besser trennen sollte.

Erstens: Ausschütter vs. Thesaurierer ist keine Strategie-Frage sondern eine steuer- und psychologische Frage. Die eigentliche Strategie ist: welche Märkte, welche Gewichtung, welches Risiko.

Zweitens: 'Dividendenstrategie' mit einem Dividenden-ETF ist was anderes als echtes Dividenden-Investing mit Einzelaktien nach Qualitätskriterien. Beides hat unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Ich hab mich selbst lange gefragt ob der FTSE All-World nicht besser ist als ständig an der Zusammensetzung rumzubasteln – kurz: meist ja. Wenn du nicht weißt warum du vom Marktdurchschnitt abweichen willst, dann tu's nicht. Ein thesaurierender All-World ETF mit 150€ Sparplan ist 2026 immer noch eine absolut vernünftige Antwort auf fast alle Anlagesituationen. Da muss man nicht drüber nachdenken.

Falls du wirklich Ausschüttungen willst: mach's. Aber wiss warum.


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