Hallo zusammen,
nachdem ich jahrelang hauptsächlich auf Versicherungen und Vorsorge fokussiert habe, stellt sich mir jetzt eine neue Frage. Meine drei Kinder sind aus dem Haus, die Altersvorsorge läuft, aber ich frage mich: Sollte ich noch mit Einzelaktien anfangen oder lieber bei ETFs bleiben?
Das Thema kam auf, weil ich in meinem Bekanntenkreis höre, dass einige Leute mit gezielten Aktienpicks bessere Renditen fahren als mit breiten ETF-Sparplänen. Gleichzeitig kenne ich aus meinen Jahren im Forum natürlich die klassischen Argumente gegen Stock-Picking – Zeit, Emotionen, Diversifikation.
Aber: Muss man wirklich jung sein, um mit Einzelaktien anzufangen? Oder kann man mit guter Vorbereitung und realistischen Erwartungen auch später noch einsteigen? Ich habe die Zeit, mich einzuarbeiten, und psychologisch bin ich eher besonnen. Trotzdem möchte ich nicht leichtfertig handeln.
Wie seht ihr das – vor allem diejenigen, die ähnliche Lebensphasen schon durchlaufen haben?
Hallo Traude T.,
das ist eine gute Frage, die ich mir auch stelle, während ich wieder beruflich durchstarte. Meine Erfahrung: Es kommt auf dein zeitliches Budget an. Ich persönlich bleibe bei ETFs, weil ich gerade viel um die Ohren habe und keine Lust habe, ständig Quartalsberichte zu studieren.
ABER: Wenn du wirklich Zeit hast und dich einarbeitest, spricht nichts dagegen, einen kleineren Teil deines Portfolios (vielleicht 10-20%) in Einzelaktien zu stecken. Das macht sogar Sinn psychologisch – man bleibt motiviert, wenn man was zum Tüfteln hat.
Mein Tipp: Start klein, lerne mit echtem Geld, aber nicht mit deinem kompletten Vermögen. Und sei ehrlich zu dir selbst – wenn du merkst, dass du emotional wirst oder zu viel Zeit reinpackst, ist ein Core-ETF-Portfolio plus vielleicht zwei, drei Lieblingsaktion eine gute Kompromisslösung.
Viel Erfolg beim Einstieg!