Hallo zusammen,
als pensionierter Ingenieur habe ich mich die letzten Jahre intensiv mit Rohstoffen und Seltenen Erden auseinandergesetzt – fasziniert von der technischen Seite und den langfristigen Versorgungstrends. Jetzt stellt sich mir aber eine grundsätzliche Frage für meine Altersvorsorge.
Ich bin versucht, direkt in Einzelaktien von Rohstoffunternehmen zu investieren (z.B. spezialisierte Bergbauer, Verarbeiter von Seltenen Erden). Mein Gedanke: Ich verstehe die Materie, kann die Fundamentaldaten besser bewerten als der Durchschnitt. Aber ehrlich – im Ruhestand habe ich zwar Zeit, aber ob ich wirklich regelmäßig Research betreiben sollte, ist die andere Frage.
Auf der anderen Seite locken mich Rohstoff-ETFs mit ihrer Einfachheit und dem reduzierten Klumpenrisiko.
Wie würdet ihr das sehen? Macht es Sinn, mit fundiertem Spezialwissen auch gezielt Einzelaktien zu wählen, oder bin ich damit auf dem falschen Weg – gerade jetzt im Ruhestand, wo Stabilität wichtiger sein sollte als Rendite-Optimierung?
Hallo Werner G.,
da sprechen Sie einen wichtigen Punkt an. Ich bin auch pensioniert und habe mir ähnliche Fragen gestellt. Meine Erfahrung: Selbst wenn man die Materie versteht, ist Einzelaktien-Picking im Ruhestand anstrengender als gedacht. Der Research kostet Zeit, die man eigentlich für anderes nutzen möchte.
Bei Rohstoffen kommt hinzu – die sind ohnehin volatil und werden von Faktoren bewegt, die man kaum kontrollieren kann. Geopolitik, Währungen, Konjunktur. Da hilft das technische Verständnis manchmal nicht so viel.
Mein Rat: Nehmen Sie einen breit gestreuten Rohstoff-ETF als Basis. Das gibt Ihnen Ruhe und ist wartungsarm. Wenn Sie wirklich überzeugt von einzelnen Unternehmen sind, dann allenfalls mit kleinerem Anteil – sagen wir 10-15% des Rohstoff-Budgets. So haben Sie das beste aus beiden Welten, riskieren aber nicht zu viel auf eine Karte.
Im Ruhestand ist die psychologische Komponente wichtig – nicht ständig nervös sein müssen. Das zahlt sich aus.
Grüße