Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiver mit meiner Portfoliostruktur und bin auf eine Frage gestoßen, bei der ich eure Erfahrungen gerne abhören würde. Bisher habe ich mich hauptsächlich auf einen stabilen ETF-Mix konzentriert, aber im Zuge der Inflationsdiskussionen und der ganzen geopolitischen Unsicherheiten höre ich immer wieder, dass man eine Gold-Position einbauen sollte.
Mein Problem: Ich finde kaum konkrete Anhaltspunkte, ab wann eine Gold-Beimischung wirklich sinnvoll ist – und vor allem, wann sie anfängt, das Portfolio zu bremsen statt zu stabilisieren. Manche sagen 5%, andere schwören auf 10-15%. Ich habe selbst ein stabiles Haushaltsbudget, aus dem ich regelmäßig 400-500€ monatlich in meinen Sparplan fließen lasse. Die Frage ist jetzt: Sollte ich einen Teil davon in physisches Gold oder Gold-ETFs umlenken, oder bin ich damit besser bedient, wenn ich diesen Part einfach in meinen bestehenden Welt-ETF-Mix fließen lasse?
Wie seht ihr das – wo zieht ihr persönlich die Grenze zwischen sinnvoller Diversifizierung und unnötiger Komplexität?
Guter Punkt, aber ich möchte hier widersprechen – und zwar fundamental. Ich analysiere portfolios seit 15 Jahren und die Realität ist: Gold in einem Sparplan bei deinem Zeithorizont ist meist Rendite-Verschwendung. Schau dir die realen Renditen über 20+ Jahre an. Der Punkt Gold funktioniert nur als Crash-Hedge in bereits etablierten, großen Depots (ab 150k+). Bei dir macht mehr Sinn: solider All-World ETF, fertig. Buy-and-Hold funktioniert auch ohne Gold – die psychologische Sicherheit ist Selbsttäuschung.
Das ist eine gute Frage und ich bin da ehrlich gesagt noch neu genug, um nicht die absolute Antwort zu haben. Aber mir hat bei meinen Recherchen geholfen, dass ich Gold mehr als psychologischen Schutz betrachte als als Rendite-Instrument. Wenn ich weiß, dass 5-7% meines Portfolios in etwas Stabilem liegt, das in Krisen hochgeht, kann ich die ETF-Anteile mit weniger Angst halten. Für Anfänger wie mich war das wichtiger als die optimale Quote. Vielleicht probierst du erst mal 5% aus und schaust, ob dich das psychologisch beruhigt?
Marco, da spreche ich aus meiner Rentner-Perspektive: Gold hat mir in den letzten Jahren tatsächlich geholfen, mein Depot ruhiger zu halten, gerade in den inflationären Phasen. Ich fahre persönlich mit 8-10% physisches Gold ganz gut, kombiniert mit einem nachhaltigen ETF-Kern. Der Vorteil: Gold ist einfach zu verstehen, kein Unternehmenrisiko, und es korreliert weniger mit Aktien. Allerdings – und das ist wichtig – lass dich nicht von Gold-Sparerinnen blenden. Langfristig schlägt ein solider Welt-ETF Gold noch immer deutlich.
Direkte Antwort: Bei deinem monatlichen Sparplan würde ich unter 10% Gold maximal halten. Der Punkt ist, Gold wirft keine Rendite ab – es ist reine Volatilitätsbremse. Mit 400-500€ monatlich bist du als Vollzeitbeschäftigter in der Situation, wo jeder Euro in echte Wertentwicklung gehen sollte. 5% als Notfallpuffer für echte Crashs, ok. Mehr wird zum Renditekiller.