Physisch kaufen ist übrigens nicht ganz so absurd wie es klingt – es gibt tatsächlich Anbieter die Kupferbarren verkaufen. Aber die Aufschläge auf den Spotpreis und die Lagerkosten machen das wirtschaftlich für Privatanleger uninteressant. Das ist was anderes als bei Gold wo der Wert pro Kilo deutlich höher ist.
Ich würde wie Kollege Klaus sagen: ETC oder breiter Rohstoff-ETF sind die vernünftigsten Wege für Privatanleger. Minenaktien würde ich nur nehmen wenn man die Unternehmen wirklich verstehen will und bereit ist, regelmäßig Quartalsberichte zu lesen.
Kurze technische Ergänzung: Wenn dir Kosteneffizienz wichtig ist, lohnt sich ein Blick auf die Broker-Gebühren für ETCs. Bei manchen Neo-Brokern gibt es ausgewählte ETPs kostenlos im Sparplan. Das kann über Jahre gesehen mehr ausmachen als 0,1% TER-Unterschied zwischen zwei ähnlichen Produkten.
Interessante Frage, Marcus. Ich habe mich mit dem Thema auch schon beschäftigt, vor allem im Kontext meines Altersvorsorgedepots.
Zur Kostenfrage, die dir wichtig ist: ETCs auf Kupfer (z.B. von Wisdomtree oder Xtrackers) haben typischerweise TERs zwischen 0,25 und 0,49% jährlich – das ist überschaubar. Minenaktien kosten dich nur die Transaktionsgebühren, dafür trägst du das Unternehmensrisiko on top.
Zum Verhältnis Aktienkurs/Kupferpreis: Es ist definitiv kein 1:1. Bei Freeport-McMoRan beispielsweise wirken Hebel – steigt Kupfer um 10%, kann die Aktie 20-30% zulegen, weil die Margen überproportional profitieren. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Für jemanden in der zweiten Lebenshälfte wie mich ist dieser Hebel eher unangenehm, für einen jüngeren Investor mit Zeithorizont kann das interessant sein.
Ich selbst habe eine kleine Position in einem breiteren Rohstoff-ETF, der auch Kupfer enthält – da schlafe ich besser als mit Einzelwetten. Ich hatte das Thema Recycling-Aktien übrigens auch mal angeschaut, da bin ich eher skeptisch geworden. Bei Kupferproduzenten sehe ich das etwas anders, weil der Nachfragetreiber konkreter ist.