Hallo zusammen,
ich bin seit einigen Monaten dabei, meine Finanzen wieder in Ordnung zu bringen – nach einer längeren Auszeit ohne geregeltes Einkommen. Schulden strukturiert abbauen, Kreditkarte vernünftig einsetzen, das ganze Programm. Eigentlich bin ich hier eher wegen Kreditthemen unterwegs.
Aber ich frage mich schon eine Weile, ob Rohstoffe – konkret Seltene Erden oder auch sowas wie Kupfer – überhaupt eine Option sein können, wenn man gleichzeitig noch Schulden hat. Ich meine: Macht es Sinn, selbst kleine Beträge (50-100€ im Monat) in dem Bereich zu investieren, oder ist das totaler Unsinn solange noch Verbindlichkeiten laufen?
Mir ist klar, dass man keine Schulden mit dem einen Konto machen sollte, um woanders zu investieren. Aber ich frage mich, ob es eine Art "Parallelstrategie" geben kann, bei der man beides macht – langsam abzahlen und gleichzeitig ein kleines Standbein aufbauen.
Die Rohstoffthemen hier im Forum klingen oft sehr komplex, viel Geopolitik, China-Risiko und so weiter. Ich frag mich ehrlich gesagt ob das für jemanden der gerade wieder auf die Beine kommt überhaupt ein realistisches Thema ist, oder ob ich da erstmal 5 Jahre warten sollte.
Freue mich über ehrliche Meinungen, auch wenn die Antwort "lass es bleiben" lautet.
Joa, sehe ich auch so wie die anderen. Aber ich find deine Frage eigentlich gut gestellt – du fragst wenigstens ehrlich und nicht "welcher Rohstoff-ETF verdoppelt sich bis Weihnachten" 😉
Ich bin eher bei Girokonto und Bankkosten unterwegs, kein Rohstoffexperte. Aber ich kenn das Gefühl, endlich wieder Anschluss zu finden und gleichzeitig ungeduldig zu werden. Bloß aufpassen dass die Ungeduld nicht dazu führt, Risiken einzugehen die grad einfach noch nicht passen.
Ein kleiner praktischer Hinweis der vielleicht hilft: Wenn du Schulden strukturiert abbaust, lohnt es sich den Überblick über alle Verbindlichkeiten sauber in einer Tabelle oder App zu haben. Ich hab für sowas früher stundenlag gegooglet, inzwischen gibts gute kostenlose Tools – das spart Zeit und man sieht schneller wo man steht. Dann kannst du auch besser planen wann du überhaupt anfangen kannst, ernsthaft in Rohstoffe oder irgendsowas zu investiern.
Frank hat das eigentlich schon gut auf den Punkt gebracht. Ich seh das ähnlich – wenn Schulden laufen, ist die "Rendite" durch Tilgung in den meisten Fällen schwer zu schlagen.
Zur Rohstoffseite selbst: Ich beschäftige mich eher mit Festgeld und klassischen Zinsanlagen, und selbst da ist Timing und Produktwahl nicht trivial. Bei Rohstoffen und Seltenen Erden kommt nochmal eine ganz andere Komplexitätsebene dazu – Preisschwankungen, politische Risiken, unterschiedliche Vehikel (ETF, Aktie, physisch). Das ist meiner Erfahrung nach wirklich nichts für eine Phase wo man noch nicht auf solidem Fundament steht.
Was ich dir empfehlen würde: Nutz die Zeit jetzt um dich einzulesen, Threads hier zu verfolgen, ohne echtes Geld reinzustecken. Wenn die Schulden weg sind und ein kleines Polster da ist, bist du schon deutlich informierter und kannst fundierter entscheiden. Rohstoffe laufen dir nicht weg.
Ich hab keine Zeit für lange Analysen, deshalb kurz: Schulden zuerst, alles andere danach. Das gilt auch für mich selbst wenn ich an Umschuldungen arbeite – erstmal die bestehende Last klären, dann neue Positionen aufbauen. Rohstoffe als Beimischung kann Sinn ergeben, aber nicht gleichzeitig mit laufenden Hochzinsschulden.
Markus, ich beantworte das mal direkt aus der Praxis – nach 20 Jahren im Bankbereich sehe ich solche Situationen regelmäßig.
Die kurze Antwort: Solange Konsumschulden laufen, insbesondere mit Kreditkartenzinsen die oft bei 15-20% p.a. liegen, gibt es kaum eine Rohstoffanlage der Welt die das schlägt. Seltene Erden sind zudem sehr volatil, illiquide im Vergleich zu ETFs, und erfordern ein gewisses Verständnis von Lieferketten und geopolitischen Entwicklungen. Das ist kein Anfängerterrain, besonders nicht wenn das Kapital knapp sitzt.
Ich hatte dazu auch schon im Thread zu China-Dominanz bei Seltenen Erden geschrieben – selbst für erfahrene Anleger ist das Hedging hier nicht trivial.
Meine Empfehlung: Erst Schulden tilgen, dann einen Notgroschen aufbauen, dann investieren. Dieser Weg ist unspektakulär aber der einzige der wirklich funktioniert. Wenn du in 2-3 Jahren schuldenfrei bist, sind Rohstoffe als kleine Depotbeimischung durchaus diskutierenswert.