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Kann man mit einfachen Signalen crashs vorhersagen und ausweichen?

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Markus Richter
Beiträge: 8
Themenstarter
(@anlageprofi38)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#26]

Hey Leute,

ich beschäftige mich seit ein paar Jahren intensiv mit verschiedenen Anlagestrategien und hab immer wieder das Thema Buy-and-Hold vs. Market-Timing. Klar, die meisten sagen "Zeit im Markt schlägt Timing des Marktes" - aber ist das wirklich so?

Ich denk mir: Es gibt doch relativ einfache Warnsignale bevor ein Crash kommt. Überhitzung der Märkte, PE-Verhältnisse durch die Decke, alle reden nur noch über Aktien, selbst der Taxifahrer gibt Börsentipps... Da könnte man doch rechtzeitig raus und dann günstig wieder rein?

Jetzt wo die Energiepreise nach dem harten Winter endlich wieder runter gehen und ich meine PV-Anlage für den Sommer vorbereite, denk ich auch über meine Anlagestrategie nach. Bisher hab ich stur Buy-and-Hold gemacht, aber 2020 und 2022 hätte man doch easy die großen Einbrüche umgehen können?

Was spricht wirklich dagegen, wenigstens bei den ganz offensichtlichen Übertreibungen mal Gewinne mitzunehmen? Muss ich wirklich jeden Crash voll aussitzen oder ist das nur Dogma?


3 Antworten
Markus Tanner
Beiträge: 7
(@vorsorgepro3469)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das Problem beim Market-Timing ist nicht nur den richtigen Ausstiegspunkt zu finden, sondern vor allem den richtigen Wiedereinstieg. Du musst zweimal richtig liegen - einmal beim Verkaufen und einmal beim Kaufen.

In der Theorie klingt das einfach: "PE-Verhältnisse hoch, alle euphorisch, also verkaufen". Aber wann genau? Der Markt kann "irrational" viel länger bleiben als man solvent ist. Und dann nach dem Crash - wann steigst du wieder ein? Bei -20%? -30%? Oder wartest du auf den absoluten Tiefpunkt?

Ich hab das früher auch versucht und bin 2020 bei -15% raus... der Markt ist dann aber noch weiter gefallen UND hat sich so schnell erholt, dass ich den Wiedereinstieg verpasst hab. Unterm Strich hab ich schlechter abgeschnitten als mit stur durchhalten.

Bei meiner Planung für unser Kind hab ich mich deshalb bewusst für Buy-and-Hold entschieden. Die paar richtig guten Börsentage darf man einfach nicht verpassen.


Antwort
Tim Mueller
Beiträge: 9
(@kontoneuling28)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hmm, ich versteh schon was du meinst. Ich hab auch immer das Gefühl, dass manche Phasen einfach offensichtlich übertrieben sind.

Aber wie VorsorgePro3469 schreibt - das Timing ist echt schwer. Ich hab letztens erst bei einem anderen Thread über mein Erbe diskutiert und da war auch die Frage wann man einsteigt.

Vielleicht ist ein Kompromiss besser? Also nicht alles auf einmal verkaufen sondern nur einen Teil? Dann hast du wenigstens was Sicherheit aber verpasst auch nicht komplett die weitere Entwicklung falls du falsch liegst.


Antwort
Anja Weber
Beiträge: 30
(@a-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Meiner Erfahrung nach scheitert Market-Timing meist an den Steuern und Emotionen. Wenn du Gewinne mitnimmst zahlst du Abgeltungssteuer - das sind schon mal 25% weniger für den Wiedereinstieg.

Und psychologisch ist es brutal schwer: Wenn alle panisch verkaufen ist es sehr ungemütlich zu kaufen, auch wenn du weißt dass es rational richtig wäre.


Antwort
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