Seite wählen

MSCI World durch De...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

MSCI World durch Deglobalisierung gefährdet? Andere Strategien nötig?

4 Beiträge
4 Benutzer
0 Reactions
14 Ansichten
Thomas Krüger
Beiträge: 8
Themenstarter
(@thomask4286)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#55]

Hey Leute,

sitze hier bei 30 Grad in der Wohnung (die Klimaanlage macht Probleme...) und grübel über mein Depot nach. Hab wie viele hier den klassischen MSCI World ETF im Sparplan, läuft auch seit Jahren gut.

Aber mir gehen ein paar Gedanken durch den Kopf: Was wenn die nächsten 10-15 Jahre ganz anders werden? Ich meine, der MSCI World ist ja sehr USA-lastig (ca. 70%). Aber überall hört man von Deglobalisierung, Handelskriegen, "Reshoring" von Produktion zurück nach Europa/USA. China und USA streiten sich, Europa versucht "strategische Autonomie", alle wollen ihre eigenen Chip-Fabriken usw.

Könnte es sein, dass diese Entwicklungen die Performance von global aufgestellten US-Konzernen bremsen? Und gleichzeitig andere Regionen oder Sektoren profitieren? Ich denk da an Infrastruktur, Verteidigung, lokale Versorger, vielleicht sogar europäische Unternehmen die von der Rückverlagerung profitieren.

Bin 38 und hab noch 25-30 Jahre bis zur Rente, also Zeit für Experimente. Aber trotzdem: Sollte man das klassische World-Portfolio überdenken? Oder bin ich zu pessimistisch was die USA angeht?

Was meint ihr?


3 Antworten
Andreas Mueller
Beiträge: 10
(@sparfuchs47)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Interessante Überlegung! Das Thema Deglobalisierung beschäftigt mich auch. Aber ich denke, du überschätzt das Problem etwas. Die großen US-Konzerne im MSCI World sind ja nicht umsonst so dominant geworden - die passen sich extrem schnell an.

Apple, Microsoft, Google etc. haben riesige Cash-Reserven und können sich problemlos umstellen. Wenn Produktion zurückverlagert wird, bauen sie halt Fabriken in den USA oder Europa. Die werden durch Deglobalisierung nicht schwächer, sondern stärken ihre Position noch.

Außerdem: Selbst wenn einzelne Branchen leiden, der MSCI World diversifiziert das ja weg. Und historisch gesehen haben sich Märkte immer wieder angepasst. Wie Werner damals schrieb - langfristig gewinnen fast immer die innovativen Unternehmen.

Ich würde beim bewährten World bleiben und höchstens 10-15% in Schwellenländer oder Europa streuen.


Antwort
Helmut Krause
Beiträge: 12
(@helmut_1952)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Du machst dir zu viele Gedanken, junger Mann. Hab in 50 Jahren Börse schon alles erlebt - Ölkrise, Dot-Com-Crash, Finanzkrise, Corona. Jedes Mal dachten alle, diesmal ist alles anders.

Die USA waren schon in den 80ern "am Ende", dann kamen Japan und Deutschland, dann sollte China alles übernehmen. Am Ende haben die Amis sich immer durchgesetzt, weil sie die besten Unternehmen und das beste Kapitalmarktsystem haben.

Deglobalisierung hin oder her - die großen Tech-Konzerne verdienen ihr Geld nicht mit Globalisierung, sondern mit Software und Services. Die kann man überall verkaufen. Wenn überhaupt profitieren die noch von weniger Konkurrenz aus China.

Bleib beim World, spar regelmäßig und lass die Zeit für dich arbeiten.


Antwort
Werner Kleinhans
Beiträge: 12
(@werner52)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Sehe ich kritischer. Die Deglobalisierung ist schon real - schau dir die Chipkrise an, die Lieferkettenprobleme, jetzt die ganzen Zölle und Sanktionen.

Das Problem am MSCI World: Der ist halt ein Vergangenheitsindex. Der bildet ab, wer die letzten 20 Jahre groß geworden ist. Aber die nächsten 20 können ganz anders aussehen.

Mein Ansatz: Core-Satellite. 60% World als Basis, aber dann gezielt 20% Europa (die profitieren vom Reshoring), 10% Emerging Markets (China wird sich nicht einfach geschlagen geben) und 10% Themen-ETFs wie Clean Energy oder Cybersecurity.

Bei der Diskussion über Diversifikation hatte ich schon ähnlich argumentiert.


Antwort
Teilen: