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Crash-Schutz durch Verkäufe - bin ich naiv wenn ich aussitzen will?

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Claudia Weber
Beiträge: 14
Themenstarter
(@claudia-weber)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#58]

Hallo zusammen,

beschäftige mich gerade intensiver mit Anlagestrategien und stoße überall auf diese Buy-and-Hold Geschichte. Soll heißen: ETF kaufen, liegen lassen, Crashs aussitzen. Aber ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum das so viel besser sein soll als rechtzeitig zu verkaufen?

Wenn ich doch sehe, dass die Märkte abstürzen oder abzustürzen drohen - warum soll ich dann einfach dabei zusehen wie mein Depot 30-40% verliert? Klar, langfristig geht's wieder hoch, aber die Zeit bis zur Erholung ist doch verloren. Und das Geld das ich beim Crash-Verkauf rette, kann ich doch günstiger wieder reinvestieren?

Ich plane gerade meine Anlagestrategie für die nächsten Jahre und will eigentlich nicht einfach blind aussitzen. Gerade jetzt im Sommer hab ich Zeit mich damit zu beschäftigen und verschiedene Szenarien durchzudenken.

Bin ich da zu naiv oder macht Market-Timing doch mehr Sinn als immer behauptet wird? Hat jemand Erfahrungen mit beiden Ansätzen?


3 Antworten
Stefan Kramer
Beiträge: 9
(@stefan89)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das Problem beim Market-Timing ist, dass du zweimal richtig liegen musst: beim Verkauf UND beim Wiedereinstieg. In der Theorie hört sich das super an, in der Praxis scheitern 95% der Leute daran. Du verpasst oft die besten Tage, die meist kurz nach den schlechtesten kommen.

Hab das selbst mal versucht und bin 2020 nach dem ersten Corona-Drop raus... nur um dann bei viel höheren Kursen wieder einzusteigen. Der Markt ist einfach nicht vorhersagbar. Wie ich schonmal geschrieben hab, ist Timing echt schwieriger als man denkt.

Buy-and-Hold funktioniert, weil du den menschlichen Faktor rausnimmst. Emotion ist der größte Feind beim Investieren.


Antwort
Stefan W.
Beiträge: 21
(@s-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Sorry, aber das ist Quatsch. Zeit im Markt schlägt Market-Timing - das ist statistisch erwiesen.

Wenn du 2008 ganz oben verkauft und ganz unten gekauft hättest, wärst du heute reicher. Aber die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei unter 1%. Viel wahrscheinlicher ist, dass du irgendwo dazwischen verkaufst und wieder einsteigst.


Antwort
Tomas Fischer
Beiträge: 10
(@t-fischer)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Stefan hat recht, aber ich sehe das etwas differenzierter. Reines Market-Timing ist schwierig, aber eine gewisse taktische Allokation kann durchaus Sinn machen. Wichtig ist nur, dass man sich an feste Regeln hält und nicht emotional handelt.

Bei meinen Einzelaktien-Investments nutze ich zum Beispiel Stop-Loss-Orders und nehme bei extremen Überbewertungen auch mal Gewinne mit. Das ist kein klassisches Market-Timing, sondern Risikomanagement.

Das Problem ist: Die meisten Privatanleger verkaufen aus Angst am Tiefpunkt und kaufen aus Gier am Höchststand. Wenn du dir zutraust, emotionslos und regelbasiert zu handeln, kann eine moderate Timing-Komponente funktionieren. Aber ehrlich gesagt schaffen das die wenigsten.


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