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Buy-and-Hold oder doch Timing: Wann hat aktives Umschichten je geholfen?

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Stefan Kramer
Beiträge: 9
Themenstarter
(@stefank4774)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#100]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiver mit dem Thema und komme einfach nicht zu einem klaren Ergebnis. Die klassische Aussage ist ja: Buy-and-Hold schlägt auf lange Sicht fast immer aktives Market Timing. Studien, Bücher, YouTube-Videos – alles sagt das. Aber ich frage mich trotzdem: Gibt es Situationen, in denen das aktive Eingreifen wirklich nachweislich etwas gebracht hat?

Konkreter Hintergrund: Ich hab ein relativ einfaches ETF-Portfolio, bin noch nicht so lange dabei. Jetzt im Sommer sitze ich abends nach der Arbeit öfter da und überlege, ob ich meine Sparrate anpassen oder vielleicht temporär in Geldmarkt-ETF parken soll, wenn die Märkte gerade hoch bewertet wirken. Nicht aus Panik, eher aus dem Bauchgefühl heraus, dass "jetzt" vielleicht kein idealer Einstiegspunkt für frisches Kapital ist.

Meine Frage: Hat jemand von euch konkrete Erfahrungen gemacht, wo Market Timing tatsächlich funktioniert hat – oder wo ihr klar gesehen habt, dass es gescheitert ist? Ich such keine Theorie, die kenn ich schon. Mich interessieren echte Erlebnisse und Einschätzungen aus der Praxis.

Was meint ihr – lohnt es sich überhaupt, darüber nachzudenken, oder ist die Debatte komplett gestorben?


2 Antworten
Thomas Baier
Beiträge: 3
(@thomas-baier)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Market Timing funktioniert nicht, Punkt. Wer was anderes behauptet, erinnert sich selektiv an seine Treffer und vergisst die Fehlgriffe.


Antwort
Stefan Kramer
Beiträge: 5
(@stefank42)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab mich damit auch schon länger auseinandergesetzt, gerade im Kontext von Rohstoff-ETFs wo das Timing ja angeblich noch wichtiger sein soll als bei Standardindizes – dazu hatte ich auch mal was im Thread zu Rohstoff-ETFs für Anfänger geschrieben.

Kurze Antwort aus meiner Erfahrung: Ich hab zweimal versucht aktiv umzuschichten wenn mir die Bewertungen zu hoch schienen. Einmal 2022 hatte ich Glück, hab aber ehrlich gesagt im Nachhinein gemerkt dass es reines Glück war. Beim zweiten Mal hab ich den Wiedereinstieg verpasst und bin deutlich schlechter rausgekommen als wenn ich einfach stur geblieben wäre.

Das Problem ist nicht das Rausgehen, sondern das Reinkommen. Du musst zweimal recht haben: Wann raus, wann rein. Und das klappt selten. Was mich wirklich überzeugt hat: Selbst professionelle Fondsmanager schaffen das nicht reproduzierbar. Warum sollten wir das besser können?

Dein Ansatz mit Geldmarkt-ETF als Puffer klingt harmloser als echter Markttiming-Versuch, aber im Kern ist es dasselbe. Wenn du die Sparrate anpasst weil du Bewertungen für hoch hältst, nimmst du implizit eine Timing-Entscheidung vor. Ich würd einfach stur weiterlaufen lassen – auch wenn's sich gerade komisch anfühlt.


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