Hallo zusammen,
ich bin jetzt 54 und arbeite seit vielen Jahren als Angestellter. Mein Bruttogehalt liegt deutlich über der Versicherungspflichtgrenze, ich bin also freiwillig in der GKV. Seit ein paar Jahren grübele ich darüber nach, ob ein Wechsel in die PKV für mich noch sinnvoll wäre – oder ob das Schiff längst abgefahren ist.
Der Auslöser jetzt: Mein Arbeitskollege (Anfang 40) hat gewechselt und zahlt angeblich spürbar weniger als ich in der GKV. Gleichzeitig lese ich immer wieder, dass man in der PKV im Alter Probleme bekommt, wenn die Beiträge explodieren und man vielleicht krank wird.
Ich bin verheiratet, meine Frau arbeitet Teilzeit und ist bei mir in der GKV familienversichert. Das ist ja ein großer Punkt – die würde dann ebenfalls in eine eigene PKV müssten, oder? Das macht die Sache deutlich teurer, wenn ich das richtig verstehe.
Dazu kommt: Ich habe keine großen Vorerkrankungen, aber so ein bisschen Bluthochdruck und Rückenprobleme sind schon vorhanden. Wie wirkt sich das auf die Aufnahme in eine PKV aus?
Bin gerade im Urlaub und hab endlich mal Zeit, mich mit sowas zu beschäftigen. Wäre super, wenn ihr mir ein paar ehrliche Einschätzungen geben könntet – auch wenn die Antwort vielleicht 'lieber nicht' ist. Danke!
Kurze Antwort: Mit 54, Bluthochdruck und einer nichtberufstätigen Ehefrau würde ich den Wechsel sehr kritisch sehen. Das ist nicht pauschal falsch, aber die Konstellation ist schwierig.
Das größte Problem ist die Familienversicherung. In der GKV ist deine Frau kostenlos mitversichert – in der PKV nicht. Du müsstest für sie einen eigenen Beitrag zahlen, was die monatliche Ersparnis gegenüber deinem Kollegen (der vermutlich ledig oder anders aufgestellt ist) schnell zunichte macht.
Dazu kommt: Vorerkrankungen wie Bluthochdruck führen in der PKV oft zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen. Die Gesellschaften rechnen das genau durch. Ich hab mich zu ähnlichen Fragen schonmal im Kontext von Altersvorsorge und langfristiger Finanzplanung auseinandergesetzt – das Thema GKV vs. PKV ist immer eine Gesamtrechnung über die verbleibenden Jahre, nicht nur der aktuelle Monatsbeitrag.
Mein Rat: Lass dir von einem unabhängigen Versicherungsberater (nicht Makler mit Provisioninteresse) konkrete Angebote einholen und dann wirklich durchrechnen lassen. Nur so bekommst du belastbare Zahlen für deine spezifische Situation.