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Pflegezusatzversicherung mit 45 – lohnt der Abschluss noch?

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Marcus Kellner
Beiträge: 4
Themenstarter
(@techinvestor_81)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#24]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver mit dem Thema Pflegeversicherung als Zusatz zur gesetzlichen Pflege. Bin 45, technischer Hintergrund, investiere seit Jahren in ETFs und Einzelaktien – aber beim Thema Vorsorgeversicherungen tue ich mich ehrlich gesagt schwer, weil mir der Mehrwert oft nicht klar genug quantifizierbar ist.

Konkret: Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt ja maximal bis Pflegegrad 5 einen bestimmten Betrag, aber die Lücke zu den tatsächlichen Heimkosten ist bekannt riesig. Ich habe gelesen, dass es je nach Region mittlerweile 2.500-4.000 Euro monatlich Eigenanteil sein können. Das macht mir schon zu denken.

Andererseits: Mit einem gut aufgestellten ETF-Depot und konsequentem Sparen könnte man diese Lücke theoretisch auch selbst abdecken – wenn man alt genug wird, um davon zu profitieren. Mein Gedanke ist immer: Kann ich das Geld für die Prämien nicht effizienter anlegen?

Was ich auch nicht einschätzen kann: Wie entwickeln sich die Prämien im Alter? Gibt es da wie bei der PKV Beitragsexplosionen, die man anfangs nicht einkalkuliert?

Hat jemand von euch das konkret durchgerechnet oder eigene Erfahrungen? Würde mich interessieren, wie ihr das bewertet – besonders im Vergleich zum reinen Kapitalmarkt-Ansatz.

Danke schon mal!


3 Antworten
Frank Hoffmann
Beiträge: 12
(@frankhoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Also ich seh das etwas anders als ThomasK4286. Der Vergleich "Prämie vs. Rendite" klingt erstmal logisch, ist aber in der Praxis oft ein Denkfehler. Versicherungen kaufst du nicht für den Erwartungswert, sondern gegen das worst-case-Szenario. Wenn du mit 67 pflegebedürftig wirst und das Depot gerade in einem Crash 40% im Minus ist – was dann?

Das Eigenanteilsproblem ist meiner Meinung nach unterschätzt. In vielen Regionen reden wir nicht mehr von 2.500 Euro sondern eher Richtung 3.500-4.500 Euro monatlich für einen guten Heimplatz, Tendenz steigend. Bei 10-15 Jahren Pflegedauer kann das schnell 500k+ werden. Das frisst jedes normale ETF-Depot.

Was ich tatsächlich problematisch finde: Die Transparenz der Produkte ist mäßig. Wie du sagst, Beitragsstabilität ist nicht garantiert. Ich würde mindestens auf Tarife mit Beitragsgarantie oder zumindest starken Rückstellungspflichten achten und vorher nüchtern die Versicherungsbedingungen lesen, nicht nur den Verkaufsprospekt.


Antwort
Thomas Krüger
Beiträge: 8
(@thomask4286)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab mich mit dem Thema auch beschäftigt, weil ich grundsätzlich lieber selbst steuere wo mein Geld hingeht. Kurze Einschätzung: Es kommt stark auf den Produkttyp an. Es gibt im Wesentlichen drei Varianten – Pflegetagegeld, Pflegerente und Pflegekostenversicherung. Pflegetagegeld ist dabei am flexibelsten, weil du die Auszahlung frei verwenden kannst.

Zur Beitragsfrage: Ja, die Prämien können steigen, das ist kein PKV-Märchen. Manche Tarife haben in den letzten Jahren 20-30% draufgelegt. Das musst du in deine Kalkulation reinrechnen, nicht nur den Einstiegsbeitrag.

Dein Kapitalmarkt-Argument ist grundsätzlich nicht falsch, hat aber einen Haken: Wenn der Pflegefall früh eintritt – sagen wir mit 65 statt 85 – dann hat das Depot noch nicht genug Zeit gehabt. Das ist das klassische Argument für Versicherungen vs. Selbstabsicherung. Ich sehe das ähnlich wie bei meiner Überlegung zu Einzelaktien ab einem gewissen Depotwert – ab wann ist genug Puffer da, um Risiken selbst zu tragen? Bei Pflege ist diese Schwelle deutlich höher als die meisten denken.


Antwort
Tomas Fischer
Beiträge: 13
(@t-fischer)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Kurz und direkt: Wer kein sehr hohes Vermögen hat, braucht die Zusatzversicherung. Punkt. Die gesetzliche Pflege ist ein Zuschuss, kein Vollschutz – das kapieren viele erst wenn's zu spät ist.


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