Ich beschäftige mich gerade mit der Frage, ob Dollar-Cost-Averaging bei Einzelaktien wirklich funktioniert – und zwar nicht im Sinne von 'senkt das meinen Einstandspreis', das ist triviale Mathematik. Mich interessiert ein spezifischeres Problem.
Beim ETF-Sparplan macht DCA intuitiv Sinn: Der Index erholt sich langfristig, weil schwache Unternehmen rausfliegen und durch neue ersetzt werden. Das Konstrukt ist quasi selbstreinigend. Bei einer Einzelaktie fehlt dieser Mechanismus.
Was passiert also, wenn ich über 2-3 Jahre brav monatlich in eine Aktie investiere und das Unternehmen in dieser Zeit fundamental schwächer wird – nicht wegen vorübergehender Marktstimmung, sondern strukturell? Sinkende Margen, verlorene Marktanteile, fragwürdiges Management. Dann kaufe ich mit jedem weiteren DCA-Schritt nicht einen 'günstigen Preis nach, sondern ich erhöhe mein Engagement in einem Problemfall.
Das klingt für mich wie der klassische 'Averaging down'-Fehler, nur mit monatlichem Zeitplan verkleidet. Oder liege ich da falsch?
Mich würde interessieren, ob jemand systematisch unterscheidet zwischen kurzfristiger Kursschwäche (DCA sinnvoll) und echtem Fundamentalproblem (DCA gefährlich). Und wenn ja: Wie erkennt man das verlässlich, ohne sich selbst zu belügen?