Hi Leute,
ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Frage, ob ich einen Teil meines Portfolios (ca. 20%) für Einzelaktien verwenden soll. Bisher habe ich 80% in ETFs (MSCI World & EM) und bin eigentlich zufrieden damit.
Aber irgendwie juckt es mich schon, einzelne Unternehmen zu picken. Hab über den Winter viel recherchiert und mir ein paar interessante Werte angeschaut - hauptsächlich solide europäische Dividendenwerte und ein paar Tech-Titel. Nichts wildes, eher langfristig gedacht.
Jetzt wo das Frühjahr da ist und ich wieder mehr draußen bin (baue gerade einen neuen Gartenbereich), denke ich oft drüber nach ob das überhaupt Sinn macht. Auf der einen Seite könnte ich theoretisch den Markt outperformen, auf der anderen Seite ist es natürlich auch mehr Aufwand und Risiko.
Wie seht ihr das? Sind 20% Einzelaktien-Anteil völlig bescheuert oder durchaus vertretbar als "Spaß-Investment"? Oder soll ich lieber bei der bewährten ETF-Strategie bleiben und nicht rumbasteln?
Bin gespannt auf eure Meinungen!
Viele Grüße
Tobias
Hi Tobias,
kann deine Überlegung gut verstehen! 20% sind meiner Meinung nach durchaus vertretbar, solange du dir bewusst bist, dass du damit höhere Schwankungen und potentielle Verluste riskierst.
Ich hab letztes Jahr auch angefangen, etwa 15% meines Portfolios in Einzelaktien zu stecken - allerdings bin ich dabei sehr konservativ vorgegangen. Hauptsächlich dividendenstarke Blue Chips aus verschiedenen Branchen. Bisher läuft es ganz ordentlich, aber man muss schon am Ball bleiben und die Unternehmen im Blick haben.
Wichtiger Punkt: Nimm wirklich nur Geld dafür, das du zur Not auch verlieren könntest. Und lass dich nicht dazu verleiten, aus den 20% dann plötzlich 40% zu machen, wenn mal ein paar Picks gut laufen. Das ETF-Grundgerüst sollte stehen bleiben.
Ich sehe es als sinnvolle Beimischung, um das Depot etwas zu individualisieren und vielleicht ein bisschen mehr Rendite rauszuholen. Aber "grenzenlose Dummheit" ist definitiv übertrieben 😉
Also ich find 20% schon ziemlich viel. Hab mal gelesen, dass selbst Profis selten den Markt langfristig schlagen. Würde eher bei 5-10% bleiben wenn überhaupt.
Hi zusammen,
ja das ist wirklich ne spannende Frage! Ich persönlich halte von Einzelaktien nicht so wahnsinnig viel, hab da schon zu oft schlechte Erfahrungen gemacht. Besonders wenn man reist oder mal längere Zeit nicht reinschauen kann.
@ThomasK94: Da muss ich aber widersprechen - 15-20% find ich schon ganz schön riskant. Klar, Blue Chips sind stabiler, aber schau dir mal an was mit vermeintlich "sicheren" Werten wie Wirecard oder auch Nokia früher passiert ist.
Wenn du unbedingt willst, Tobias, dann vielleicht erstmal mit 5% anfangen und schauen wie es läuft? Kannst ja immer noch aufstocken. Aber ehrlich gesagt: Die Zeit die du für Research brauchst könntest du auch nutzen um mehr zu verdienen und das dann in ETFs zu stecken. Ist oft effizienter als Stock-Picking.