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Rebalancing: Wie oft macht ihr das wirklich und wie geht ihr vor?

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Erika H.
Beiträge: 3
Themenstarter
(@erika-hoffmann)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#95]

Liebe Forumsgemeinde,

ich bin seit einigen Monaten Rentnerin und versuche gerade, mein Erspartes sinnvoll und vor allem nachhaltig anzulegen. Ich habe mich für ein Portfolio aus mehreren ESG-orientierten Fonds entschieden, da mir wichtig ist, wohin mein Geld fließt.

Nun beschäftigt mich schon eine Weile das Thema Rebalancing. Ich habe gelesen, dass man sein Portfolio regelmäßig wieder auf die ursprüngliche Gewichtung bringen sollte, wenn einzelne Positionen zu stark gewachsen oder gefallen sind. Aber wie oft soll das sein? Einmal im Jahr? Quartalsweise? Oder nur wenn eine bestimmte Abweichung erreicht wird, sagen wir 5 oder 10 Prozent?

Bei mir sind es keine riesigen Summen, aber ich möchte das trotzdem ordentlich machen. Gleichzeitig frage ich mich, ob beim Rebalancing Steuern anfallen, wenn ich Anteile verkaufe, die im Plus sind. Das wäre ja ein Nachteil.

Ich nutze keinen teuren Robo-Advisor, sondern verwalte alles selbst über meine Bank. Im Sommer habe ich etwas mehr Ruhe (keine großen Reisepläne mehr in meinem Alter), also wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, das einmal richtig durchzudenken.

Wie haltet ihr das? Habt ihr feste Regeln oder macht ihr das eher nach Gefühl?

Herzlichen Dank und schöne Grüße
Erika


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1 Antwort
Andreas W.
Beiträge: 29
(@andreas-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Hallo Erika,

gute Frage, die ich mir auch lange gestellt habe. Nach 15 Jahren mit ETF-Portfolios bin ich bei einem sogenannten Schwellenwert-Rebalancing gelandet – das heißt, ich schaue nicht nach einem festen Zeitplan, sondern erst wenn eine Position mehr als 10% von der Zielgewichtung abweicht. Einmal jährlich kurz drüber schauen schadet aber trotzdem nicht.

Zum Thema Steuern hast du absolut recht: Wenn du Anteile mit Gewinn verkaufst, fällt Abgeltungssteuer an, das lässt sich kaum vermeiden. Aber du kannst das etwas abmildern, indem du statt zu verkaufen einfach neue Mittel gezielt in die untergewichteten Positionen nachkaufst. Das nennt sich "Rebalancing durch Zukäufe" und ist steuerlich sauber. Bei kleineren Portfolios funktioniert das oft besser als der klassische Weg.

Bei ESG-Fonds würde ich auch auf die Transaktionskosten achten – je nach Bank können die bei mehreren kleinen Käufen schnell ins Gewicht fallen. Jährlich einmal ist meiner Erfahrung nach für die meisten völlig ausreichend, quarterly ist eher für Leute mit viel Zeit und großen Portfolios interessant.

Viele Grüße, Andreas


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