Hallo zusammen, ich bin Vollzeit-Ingenieur und habe nach Jahren endlich ein ordentliches Einkommen, schaffe aber zeitlich kaum mehr als 1-2 Stunden pro Woche für finanzielle Angelegenheiten. Aktuell habe ich einen stabilen Notgroschen auf dem Tagesgeld liegen (6 Monatsgehälter), jetzt geht's um den langfristigen Vermögensaufbau.
Meine Frage: Ich plane einen monatlichen Sparplan mit ca. 1.500€ über die nächsten 15-20 Jahre. Macht bei mir als Ingenieur mit solidem, aber nicht außergewöhnlich hohem Einkommen ein thesaurierendes Depot mehr Sinn als ausschüttend? Ich lese überall, dass Thesaurieren den Zinseszins automatisch mitnimmt, aber ich verstehe nicht ganz, warum das für meine Situation besser sein sollte als einfach ausschüttende ETFs zu kaufen und die Dividenden wieder reinzulegen.
Geht es nur um Bequemlichkeit oder gibt es wirklich finanzielle Vorteile? Und kann ich das mit wenig Zeit überhaupt sauber umsetzen, ohne ständig was zu tracken?
Junge, nimm thesaurierend, punkt. Weniger Steuergedöns jedes Jahr.
Ich würde da etwas skeptischer sein. Das Argument mit dem automatischen Zinseszins ist mathematisch beim Thesaurieren nicht wirklich stärker als wenn du Ausschüttungen selbst reinlegst – das ist eher ein Bequemlichkeits-Argument. Der echte Vorteil liegt eher darin, dass du weniger versucht wirst, was runterzunehmen oder falsch zu timen, wenn ständig Dividenden auf dem Konto landen.
Für dein Einkommen würde ich eher die Frage anders stellen: Brauchst du irgendwann Cashflow aus der Anlage? Dann eher ausschüttend. Willst du reines Vermögenswachstum ohne Gedöns? Thesaurierend. Bei 15-20 Jahren und kein absehbares Entnahmejahr würde ich auch thesaurierend gehen, aber weil's einfacher ist, nicht weil's mathematisch überlegen ist.
Markus, aus meiner Erfahrung als Selbstständiger kann ich dir sagen: Thesaurierend ist für dich definitiv die richtige Wahl, allerdings aus einem Grund, den du vielleicht noch nicht auf dem Schirm hast. Als Unternehmer merke ich ständig, wie wichtig Automatisierung ist – und genau das ist der Vorteil. Du kaufst einmal einen thesaurierenden ETF, stellst den Sparplan ein und brauchst dich 20 Jahre nicht mehr um Reinvestitionen kümmern. Das ist pure Effizienz.
Dazu kommt: Bei ausschüttenden ETFs entstehen jedes Jahr Transaktionen, wenn du die Dividenden wieder anlegst. Das kostet Zeit und kleine Gebühren. Thesaurierend sparst du das. Und steuerlich ist es auch sauberer – du zahlst Steuern auf die thesaurierte Summe, musst aber nicht jedes Jahr Dividenden tracken. Für deinen 50-Stunden-Job genau das Richtige.