Hallo zusammen,
ich bin Projektmanagerin und versuche, meine Finanzen möglichst automatisiert und zeitsparend zu organisieren. Gerade habe ich bemerkt, dass ich meinen Freistellungsauftrag bei meiner Bank noch gar nicht richtig genutzt habe – und das obwohl ich sowohl Sparbuch als auch ein Depot mit ETFs habe.
Mein Problem: Ich verdiene als Vollzeitangestellte knapp über 50.000€ netto und bekomme dementsprechend regelmäßig Zinsen und (hoffentlich) bald auch Dividenden aus meinem Sparplan. Bisher zahle ich da einfach Steuern drauf, obwohl ich glaube, dass ich da was optimieren könnte.
Wie verteile ich meinen Freistellungsauftrag sinnvoll auf mehrere Konten? Gibt es Apps oder Tools, die mir helfen, den Überblick zu behalten, ohne dass ich jedes Jahr wieder selbst recherchieren muss? Und kann ich den Auftrag auch nachträglich noch ändern, falls sich meine Situation ändert?
Ich freue mich auf eure praktischen Tipps!
Hi Anja,
schöne Frage! Ich bin gerade selbst dabei, meine Sparstruktur aufzubauen, nachdem ich wieder eingestiegen bin – und Freistellungsaufträge sind da ein wichtiger Punkt.
Was Gerhard sagt, stimmt absolut. Mein Ansatz ist pragmatisch: Ich habe meine 1.000€ Quote so gesplittet, dass meine monatlichen Zinsen und später die Dividenden aus dem ETF-Sparplan abgedeckt sind, ohne dass ich Steuern zahlen muss. Das funktioniert bei mir mit einer 600/400-Aufteilung zwischen Tagesgeldkonto und Depot.
Ich nutze da keine spezielle App – ehrlich gesagt, reicht mir eine Tabelle in Excel, in der ich jährlich überschlage, welche Erträge zu erwarten sind. Das nimmt mir weniger als eine Stunde im Jahr. Klingt nerdig, funktioniert aber besser als sich von irgendwelchen automatisierten Tools abhängig zu machen, die man ohnehin nicht wirklich versteht.
Dein Punkt mit der Zeitsparung ist wichtig: Einmal richtig konfiguriert, brauchst du dich drum nicht mehr zu kümmern – solange deine Situation stabil bleibt.
Viele Grüße,
Martin
Hallo Anja,
da hast du völlig recht, das ist oft vernachlässigt. Der Freistellungsauftrag funktioniert eigentlich ganz einfach: Pro Person und Bank 1.000€ (Alleinstehende) Kapitalertragssteuerfreibetrag. Der Trick ist, dass du die 1.000€ auf MEHRERE Banken und Depots verteilen kannst – insgesamt bis zu deinem persönlichen Gesamtbetrag.
Wenn du zum Beispiel bei deiner Hausbank ein Sparkonto und ein Depot hast, würde ich das 1.000€-Limit auf beide aufteilen. Bei einer zweiten Bank kannst du noch mal 1.000€ anfordern (wenn du dort auch ein Konto hast). Achte darauf, dass die Summe nicht überschritten wird – das kontrolliert deine Bank.
Zum Thema Tools: Ehrlich gesagt, das meiste funktioniert noch über die klassischen Freistellungsaufträge per Formular. Manche Banken bieten das mittlerweile online an. Wechsel und Änderungen sind jederzeit möglich – einfach einen neuen Auftrag einreichen, der alte wird damit hinfällig.
Mein Tipp: Nutze dein jährliches Steuergespräch, um den Auftrag neu zu bewerten. August/September ist da ein guter Zeitpunkt.
Viele Grüße,
Gerhard