Hey Leute,
ich beschäftige mich seit ein paar Monaten intensiver mit ETFs und stoße immer wieder auf diese 70/30 Strategie (70% MSCI World, 30% Emerging Markets). Gleichzeitig wird aber auch oft der FTSE All-World empfohlen, der ja praktisch das gleiche abbildet, nur in einem einzigen ETF.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so ganz, warum ich mir die Mühe mit zwei separaten ETFs machen sollte. Klar, bei der 70/30 Variante kann ich die Gewichtung selbst bestimmen, aber der All-World hat doch auch eine vernünftige Verteilung und ich spare mir das ganze Rebalancing.
Gibt es wirkliche Vorteile bei der 70/30 Lösung, die ich übersehe? Oder ist das einfach nur eine Frage der Philosophie? Kosten sind bei beiden Varianten ja ähnlich niedrig.
Bin gerade dabei, meinen ersten größeren Sparplan aufzusetzen (500€ monatlich) und möchte nicht gleich am Anfang einen Fehler machen. Was würdet ihr einem Anfänger empfehlen?
Danke schon mal für eure Meinungen!
Hi Marcus,
gute Frage! Ich nutze selbst die 70/30 Variante seit ein paar Jahren und kann dir sagen: der Hauptvorteil ist wirklich die Flexibilität. Du kannst die EM-Quote je nach Marktlage anpassen - momentan läuft ja vieles über die USA, da kann es Sinn machen, die EM-Quote etwas zu reduzieren.
Beim All-World bist du an die "natürliche" Marktkapitalisierung gebunden, das sind aktuell glaube ich nur rund 10% Emerging Markets. Wenn du denkst, dass EM unterbewertet sind, kannst du mit 70/30 bewusst übergewichten.
Außerdem: falls mal einer der beiden ETFs Probleme hat (Anbieter wechselt, Kosten steigen, etc.), kannst du flexibler reagieren. Wie ich schon mal geschrieben hab, bin ich generell Fan von etwas mehr Kontrolle über die eigene Anlage.
Für Anfänger würde ich aber ehrlich gesagt trotzdem eher den All-World empfehlen - keep it simple!
Moin Marcus,
also ich hab lange 70/30 gemacht, bin aber vor nem Jahr auf All-World gewechselt. Warum? Weil ich gemerkt hab, dass ich das Rebalancing eh nie richtig gemacht hab. Mal zu früh, mal zu spät, mal gar nicht.
Der All-World macht das automatisch für mich und die Gewichtung ist auch völlig in Ordnung. Klar, sind nur ca. 10% EM statt 30%, aber dafür hab ich null Aufwand. Spar mir auch die Überweisungen auf zwei verschiedene ETFs.
Bei 500€ monatlich würd ich definitiv mit einem ETF anfangen. Kannst ja später immer noch auf 70/30 umstellen, wenn du merkst, dass du mehr Kontrolle willst. Aber am Anfang: je einfacher, desto besser.
Sorry, aber ich seh das kritischer. Diese ganze 70/30 vs. All-World Diskussion ist doch meist nur Aktionismus. Die Unterschiede in der Performance sind marginal und werden durch die höhere Komplexität nicht wettgemacht.
Was bringt dir die "Flexibilität", wenn du als Privatanleger eh nicht weißt, wann du wie rebalancen sollst? Die meisten machen es falsch und schaden damit ihrer Rendite eher, als dass sie helfen.
All-World, Sparplan, vergessen - fertig. Alles andere ist Hobby-Optimierung ohne echten Mehrwert.