Guten Tag zusammen,
ich bin Helmut, Jahrgang 1952, und habe seit vielen Jahren ein Einfamilienhaus im Schwarzwald. Die aktuelle Zinsbindung läuft noch bis April 2028, also noch knapp zwei Jahre. Die Restschuld wird dann bei ungefähr 87.000 Euro liegen.
Mein Bankberater hat mir jetzt beim letzten Gespräch – das war wegen einer anderen Sache – beiläufig erwähnt, dass ich jetzt schon über ein Forward-Darlehen nachdenken könnte. Das war mir bis dahin ehrlich gesagt kein Begriff, und ich habe mich jetzt ein bisschen eingelesen. Soweit ich es verstehe, sichere ich mir damit heute schon einen Zinssatz für die spätere Anschlussfinanzierung, zahle dafür aber einen kleinen Aufschlag.
Meine Fragen: Macht das bei einer Restschuld von knapp 90.000 Euro überhaupt Sinn, oder ist das eher für größere Summen gedacht? Und wie weit im Voraus sollte man so ein Forward-Darlehen abschließen – ich meine, zwei Jahre ist ja noch eine ganze Weile. Wenn die Zinsen bis 2028 weiter fallen, hätte ich ja das Nachsehen.
Derzeit bin ich mit 4,1 % Zinsen dabei. Ich lese in den Nachrichten widersprüchliche Dinge, einmal soll es weiter runtergehen, dann wieder nicht.
Ich wäre für sachliche Einschätzungen dankbar. Ich bin kein Finanzexperte und möchte keine bösen Überraschungen erleben.
Vielen Dank im Voraus,
Helmut
Wie Sparfuchs oben schreibt, ist der Forward-Aufschlag der entscheidende Punkt. Ich seh das aber noch etwas skeptischer: Bei aktuell sinkender Zinstendenz der EZB würde ich persönlich mit dem Abschluss noch warten, vielleicht bis auf 12-14 Monate vor Ablauf. Dann ist der Aufschlag deutlich geringer und du hast trotzdem noch Planungssicherheit. Zwei Jahre Vorlauf zahlt man im Moment ziemlich teuer.
Hallo Helmut,
zwei Jahre Vorlauf ist eigentlich schon ganz ordentlich für ein Forward-Darlehen, aber ob es sich lohnt hängt wirklich stark davon ab, wie du die Zinsentwicklung einschätzt – und das kann im Grunde niemand zuverlässig vorhersagen.
Grundsätzlich gilt: Je weiter der Abschluss vom Auszahlungstermin entfernt ist, desto höher ist der Forward-Aufschlag, den die Bank verlangt. Das können je nach Anbieter und Marktlage 0,02 bis 0,05 Prozentpunkte pro Monat sein. Bei zwei Jahren Vorlauf kommt da schnell ein halber Prozentpunkt oder mehr zusammen. Das muss erstmal durch niedrigere oder gleichbleibende Zinsen aufgeholt werden.
Bei 87.000 Euro Restschuld ist das kein Kleinkram, aber auch kein Riesenbetrag für diese Produkte – Forward-Darlehen gibt es ab solchen Summen problemlos.
Mein Rat: Hol dir auf jeden Fall mindestens drei Angebote ein, nicht nur von deiner Hausbank. Vergleichsportale wie Interhyp oder Dr. Klein können da helfen. Und überleg dir ehrlich, ob du gut schlafen kannst, wenn du nichts absicherst und die Zinsen doch wieder steigen. Das ist letztlich eine Frage deiner persönlichen Risikobereitschaft.
Einen Nachteil hat das Forward-Darlehen übrigens, den viele vergessen: Wenn du vor Ablauf doch verkaufen willst oder musst, kann es teuer werden.