Hallo zusammen,
ich beschäftige mich schon eine Weile mit dem Thema Hauskauf und komme immer wieder auf denselben Punkt zurück: Eigenkapital. Ich habe praktisch keins angespart – ein paar tausend Euro, aber das ist alles. Trotzdem frage ich mich, ob eine Vollfinanzierung 2026 noch realistisch ist oder ob ich das komplett vergessen kann.
Hintergrund: Ich habe ein geregeltes Einkommen, unbefristete Stelle, Schufa ist sauber soweit ich weiß. Das Objekt wäre ein älteres Reihenhaus, Kaufpreis so um die 280.000 Euro. Die Nebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer usw.) kämen natürlich obendrauf, das weiß ich.
Jetzt hab ich gelesen, dass manche Banken bis 110% finanzieren, also auch die Kaufnebenkosten mit übernehmen. Stimmt das noch? Oder ist das nach dem Zinsanstieg der letzten Jahre Geschichte?
Mich interessiert auch: Gibt es spezielle Anbieter oder Vermittler die sowas noch machen, oder lehnen die Filialbanken das grundsätzlich ab? Und was ist mit KfW-Programmen – hilft das irgendwie als Eigenkapitalersatz?
Bin gerade mitten in der Urlaubsplanung und möchte den Sommer nutzen um das Thema ernsthaft anzugehen, bevor es Herbst wird. Bin für jeden Hinweis dankbar, der mich weiterbringt.
Kurze Antwort: Ja, 100%-Finanzierungen gibt es noch, aber die Hürden sind deutlich höher als vor drei, vier Jahren. 110%-Finanzierungen (also inkl. Nebenkosten) sind extrem selten geworden und wenn, dann zu Zinsen die richtig wehtun.
Was Banken in deiner Situation primär prüfen: Einkommen im Verhältnis zur Kreditrate, Schufa natürlich, und die Werthaltigkeit des Objekts. Bei einem älteren Reihenhaus kommt's stark drauf an wie die Bank das bewertet – Baujahr, Zustand, Lage. Wenn der Beleihungswert unter dem Kaufpreis liegt, wird's nochmal schwieriger.
KfW ist leider kein echter Eigenkapitalersatz. Die Programme laufen fast immer in Kombination mit einer Hausbank-Finanzierung, die selbst schon Eigenkapital sehen will.
Mein ehrlicher Rat: Geh nicht nur zur Hausbank, sondern zu einem unabhängigen Finanzierungsvermittler (z.B. über Interhyp oder Dr. Klein – das sind keine Geheimtipps, aber die haben Zugang zu deutlich mehr Banken). Die können dir realistisch sagen was geht und was nicht. Besser als monatelang auf eigene Faust rumzutelefonieren.
Und mach dir keine Illusionen: Ohne Eigenkapital zahlst du deutlich mehr Zinsen und die monatliche Belastung ist entsprechend höher. Rechne das durch bevor du irgendetwas unterschreibst.
Wie Lena schreibt, stimmt das mit den Vermittlern. Ich hab selbst wenig Ahnung von Immobilienfinanzierung (bin eher bei Kontogeschichten unterwegs, wie wer hier vielleicht weiß), aber ein Kumpel hat letztes Jahr ne Vollfinanzierung bekommen – mit top Bonität und ner Immobilie in gefragter Lage. Ohne beides zusammen wär das nicht gegangen. Dein Reihenhaus in welcher Region eigentlich? Das macht nämlich nen riesen Unterschied ob das die Bank als sicher bewertet oder nicht.