Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor einer Entscheidung, die mich schon länger beschäftigt, und hoffe auf ein paar erfahrene Meinungen hier.
Ich habe seit etwa 18 Jahren eine klassische Kapitallebensversicherung laufen – monatlich zahle ich rund 95 Euro ein. Der Vertrag läuft noch ca. 9 Jahre bis zur Auszahlung. Jetzt überlege ich ernsthaft, ob ich das Geld nicht sinnvoller einsetzen könnte. Der aktuelle Rückkaufswert liegt laut letztem Jahresauszug bei knapp 14.500 Euro.
Die Überlegung: Einfach kündigen und das Geld anders anlegen – oder beitragsfrei stellen und den Vertrag einfach bis zum Ende laufen lassen, ohne weiteren Aufwand.
Mich beschäftigt das Thema schon seit einer Weile. Ich bin eigentlich eher im Bereich Prepaid-Kreditkarten und Zahlungsmethoden unterwegs, aber solche grundlegenden Vorsorgeentscheidungen sind doch nochmal ein anderes Kaliber. Bei Prepaid-Karten weiß ich, worauf ich achten muss – bei Lebensversicherungen fehlt mir da ehrlich gesagt der Durchblick.
Konkret interessiert mich:
– Was passiert genau beim Beitragsfreistellen? Schrumpft die Ablaufleistung dann stark?
– Gibt es steuerliche Nachteile beim Kündigen, wenn der Vertrag vor 2005 abgeschlossen wurde?
– Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und bereut die Entscheidung?
Im Sommer kommt bei mir auch noch eine größere Ausgabe auf mich zu (Klimaanlage fürs Arbeitszimmer), deshalb wäre etwas Liquidität gerade nicht verkehrt.
Freue mich auf eure Einschätzungen!
Gerhard
Hallo Gerhard,
ich bin ehrlich gesagt auch kein Lebensversicherungs-Experte – mein Ding ist eher das Optimieren von Konten und Gebühren. Aber ein paar Sachen weiß ich aus eigener Erfahrung.
Der Punkt mit dem Vertrag vor 2005 ist wirklich nicht zu unterschätzen. Wenn dein Vertrag tatsächlich vor 2005 abgeschlossen wurde, ist die Ablaufleistung in vielen Fällen komplett steuerfrei – das ist ein riesiger Vorteil den du beim Kündigen sofort verlierst. Genau wie bei Konditionen beim Girokonto gilt: erstmal genau hinschauen bevor man wechselt oder kündigt.
Das Beitragsfreistellen klingt für mich nach dem vernünftigeren Zwischenschritt, gerade wenn du nicht 100% sicher bist. Du behältst den steuerlichen Bestandsschutz und verlierst ihn nicht einfach für ne Klimaanlage.
Aber für eine fundierte Antwort auf deine konkreten Fragen würde ich wirklich einen unabhängigen Versicherungsberater aufsuchen – das ist keine Situation wo man auf Forenratschläge von jemandem wie mir bauen sollte, der sich hauptsächlich mit Kontogebühren beschäftigt.
Gruß, Harald