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Unfallversicherung: Welche Leistungen sind wirklich wichtig?

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Michael Kaufmann
Beiträge: 19
Themenstarter
(@budgetneustart)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#34]

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor der Entscheidung, ob ich eine private Unfallversicherung abschließen soll oder ob das am Ende doch Geldverschwendung ist. Bin neu beim Thema Versicherungen und versuche gerade meinen Finanzplan von Grund auf neu aufzustellen.

Das Angebot, das mir ein Vergleichsportal ausgespuckt hat, listet gefühlt 20 verschiedene Bausteine auf: Invaliditätsgrundsumme, Progression, Krankenhaustagegeld, Unfallrente, Assistance-Leistungen, Bergungskosten... ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was davon wirklich Sinn macht und was einfach nur den Preis hochtreibt.

Besonders unsicher bin ich bei der Progression – manche Tarife haben 225%, andere 500%. Macht das einen echten Unterschied im Schadensfall? Und brauche ich wirklich Krankenhaustagegeld, wenn ich eh gesetzlich versichert bin?

Auch zeitlich passend: Im Sommer mache ich immer mehr Sport und bin generell öfter draußen, da ist mir das Thema gerade wieder in den Kopf gekommen. Bin außerdem Hobbygärtner und plane diesen Sommer ein größeres Gartenprojekt, also nicht gerade risikoarm.

Würde mich über ehrliche Meinungen freuen – keine Verkäufersprache bitte, sondern wirklich was hilft und was man getrost weglassen kann.

Danke!
BudgetNeustart


5 Antworten
Markus Thalmann
Beiträge: 9
(@neustart42)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

TechMax hat Recht mit dem BU-Punkt, das sollte eigentlich Priorität haben vor der UV.

Ich hab selbst gerade unsere Absicherung überarbeitet, wir erwarten 2028 Nachwuchs und da denkt man über sowas plötzlich anders nach. Was ich gelernt hab: Bei der Unfallversicherung lohnt es sich, die Gliedertaxe genau anzuschauen. Die bestimmt nämlich, mit wieviel Prozent z.B. der Verlust eines Fingers oder der Sehkraft bewertet wird. Gute Tarife haben da deutlich kulantere Sätze als Billigtarife – der Unterschied kann sich im Schadensfall verdoppeln.

Auch wichtig: Was gilt als Unfall laut Vertrag? Manche Tarife schließen z.B. Eigenbewegungsschäden (also wenn du dich einfach beim Heben verhebst) aus. Gerade beim Gartenarbeit klassisch.

Krankenhaustagegeld lass ich persönlich auch weg, das füllt kein wirkliches Absicherungsloch.


Antwort
Lukas Hartmann
Beiträge: 29
(@l-hartmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Um es kurz zu halten: Invaliditätssumme hoch ansetzen, Progression mindestens 350%, Bergungskosten rein, Gliedertaxe vergleichen. Alles andere ist optional und treibt nur den Preis. Den BU-Hinweis der Vorposter kann ich nur unterstreichen.


Antwort
Julia K.
Beiträge: 9
(@juliak23)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich hab mich letztes Jahr auch damit beschäftigt, als ich meinen Notgroschen neu strukturiert habe (hab da auch im Notgroschen-Thread drüber geschrieben).

Mein Fazit damals: Das Herzstück einer Unfallversicherung ist die Invaliditätsgrundsumme kombiniert mit einer ordentlichen Progression. Die 500%-Variante macht tatsächlich einen spürbaren Unterschied – aber nur bei schweren Dauerschäden. Bei leichten Verletzungen (z.B. 10% Invalidität) bleibt die Progression bedeutungslos, weil sie erst ab höheren Graden wirklich greift. Also nicht blenden lassen.

Krankenhaustagegeld würde ich weglassen. Das ist ein netter Zusatz, aber die GKV übernimmt ja die Behandlung – du bekommst dann ein paar Euro täglich für... was genau? Ich fand das nicht überzeugend.

Wirklich unterschätzt wird die Todesfallleistung, falls jemand von dir finanziell abhängt. Und Bergungskosten (z.B. Alpinunfall) können schnell in die Tausende gehen – das finde ich sinnvoll. Für deinen Gartensommer: Leiterfall und Co. passieren öfter als man denkt. 😄


Antwort
Maximilian Kraft
Beiträge: 8
(@techmax_89)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Also ich seh das ehrlich gesagt etwas kritischer als JuliaK23. Nicht wegen den Tipps – die sind okay – sondern grundsätzlich: Hast du schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Die ist in meinen Augen deutlich wichtiger als eine Unfallversicherung.

Der Grund: Statistisch passieren die meisten Berufsunfähigkeiten NICHT durch Unfälle, sondern durch Krankheiten (Rücken, Psyche, Herz). Eine Unfallversicherung zahlt aber nur bei Unfällen. Das wird gerne verschwiegen.

Wenn du trotzdem eine UV willst: Progression 225% vs 500% ist bei wirklich schweren Fällen relevant, aber du zahlst auch deutlich mehr Beitrag. Ich würde eher auf eine solide Grundsumme (z.B. 100.000 €) mit 350% setzen als auf eine niedrige Summe mit 500%.

Bergungskosten ja, Krankenhaustagegeld nein, Unfallrente nur wenn du keine BU hast. Assistance-Leistungen sind oft doppelt zu dem, was eh schon in anderen Versicherungen drin ist – check das erstmal.


Antwort
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