Hallo zusammen,
als Projektmanager beschäftige ich mich gerade intensiver mit meiner Vorsorgeplanung und bin auf ein Dilemma gestoßen: Die BU-Versicherung ist für mich als angestellter PM eigentlich unverzichtbar – mein Einkommen ist mein wichtigstes Asset. Aber die Prämien sind 2026 deutlich gestiegen, und ich frage mich, ob die Versicherung unter diesen Bedingungen noch rational zu rechtfertigen ist.
Auf der einen Seite: Wer schließt sich wirklich ab, wenn er für längere Zeit nicht arbeiten kann? Auf der anderen Seite: Ist es wirtschaftlich sinnvoll, jeden Monat 80–120 Euro für etwas auszugeben, das vielleicht nie eintritt?
Meine Gedanken gerade: Könnte ich das Geld nicht besser in einen separaten ETF-Sparplan stecken und selbst vorsorgen? Oder ist das einfach zu riskant bei meinem Einkommensniveau? Wie macht ihr das – seid ihr noch bereit, die aktuellen Prämien zu zahlen, oder habt ihr andere Wege gefunden, die Berufsunfähigkeit abzudecken?
Freue mich auf eure Erfahrungen und ehrliche Einschätzungen.
Hast du auch die Wahrscheinlichkeit durchgerechnet, Markus? Daten zeigen: Mit 35 Jahren ist die Chance für eine längerfristige Berufsunfähigkeit deutlich höher als viele denken – nicht nur dramatische Unfälle. Psychische Belastungen, Rückenleiden bei jahrelangem Schreibtischarbeit – das ist realistisch. Wenn ich das mit meinen datengetriebenen Analysen betrachte: Die BU ist teuer geworden, aber sie ist immer noch die bessere Versicherung als selbst zu sparen. Der Break-Even-Point liegt bei dir weit in der Zukunft, wenn du ihn überhaupt erreichst.
Interessante Perspektive. Aber Moment – du sprichst von ETF-Sparplan statt BU? Als jemand mit laufenden Schulden muss ich dir sagen: Das ist ein sehr hohes Risiko. Wenn wirklich was passiert, sind deine Ersparnisse schnell weg. Mein Plan ist anders: Erst schuldenabbau, dann robuste Vorsorge (auch BU), dann invested ich den Rest aggressiver. Die BU ist nicht sexy, aber sie ist wie eine Absicherung beim Immobilienkauf – lästig, aber notwendig. Die 100 Euro monatlich sind die günstigste Krankenversicherung für dein Einkommenspotenzial, wenn ich so sagen darf.
Das mit dem selbst Sparen statt Versichern ist tückisch, Markus. Ich verstehe die Überlegung, hab mich aber bewusst gegen diese Variante entschieden. Die Realität ist: Wenn du wirklich berufsunfähig wirst, sind deine Ersparnisse in 2–3 Jahren aufgebraucht, und dann? Bei deinem Einkommensniveau als PM kannst du das nicht einfach abschreiben. Die Prämien sind gestiegen – ja. Aber die Alternative ist deutlich riskanter. Im Vergleich zu meinen Aktivitäten beim Umschichten meines Depots – da kann ich Fehler korrigieren. Bei der BU kannst du später nicht nachjustieren.
Sehr gute Frage, und ich sehe das ähnlich wie du. Ich versuche ja, meine Budgetplanung immer straffer zu machen, und diese Prämiensprünge sind echt hart. Mein Approach: Ich hab eine BU abgeschlossen mit moderater Leistung – nicht maximal abgesichert, aber Lücke ist da. Zusammen mit einem Notfallfonds und dem regelmäßigen Sparen bin ich einigermaßen ruhig. Die Diskrepanz zwischen Sicherheit und Kosten ist aktuell wirklich unangenehm, aber komplett zu verzichten traue ich mir als PM mit Familienverantwortung nicht zu.