Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der Frage, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung für mich als Projektmanager Mitte 30 noch wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Prämien sind ja in letzter Zeit deutlich gestiegen, und ich frage mich, ob ich mein Geld nicht besser in einen ETF-Sparplan stecke.
Meine Situation: Ich verdiene gut, habe aber wenig Zeit für komplizierte Finanzanalysen. Aktuell bin ich noch nicht versichert – das schlechte Gewissen sitzt tief. Meine Frage ist konkret: Wie berechnet man den Break-even-Point? Wann zahlt sich eine BU finanziell aus, wann nicht? Gibt es Unterschiede zwischen den Anbietern, die den Preis wirklich rechtfertigen?
Ich bin dankbar für pragmatische Antworten von Leuten, die sich damit auseinandergesetzt haben. Worauf sollte ich beim Vergleich achten, ohne mich in Versicherungsjargon zu verlaufen?
Stefan, da stimme ich dir zu – die Prämien sind wirklich krass geworden. Aber hier ist der Punkt: Eine BU schützt dein Einkommen, wenn du nicht mehr arbeiten kannst. Das kann schneller passieren, als du denkst. Ein ETF ersetzt das nicht, weil der Lump Sum nicht ausreicht, wenn du 30 Jahre ohne Einkommen vor dir hast.
Break-even rechnet man sich im Grunde nicht so einfach aus – das ist ein klassischer Versicherungsgedanke. Wie bei der Kfz-Versicherung zahlst du für den Fall X, hoffst aber, ihn nie zu brauchen. Relevant ist: Hast du finanzielle Verpflichtungen? Abhängige? Falls ja, ist eine BU definitiv sinnvoller als nichts.
Bei Anbietern würde ich auf die Versicherungssumme und die Leistungsdefinition achten – nicht alle zahlen bei psychischen Erkrankungen gleich. Und: Je früher du abschließt, desto günstiger. Mit Mitte 30 ist jetzt noch ein gutes Fenster.
Interessante Frage! Ich kenne dich noch aus dem Thread zu Leasing – dort hast du ja auch pragmatisch abgewogen. Bei Versicherungen liegt das anders: Eine BU schützt nicht dein Vermögen, sondern dein laufendes Einkommen. Das kann man nicht mit ETFs ersetzen, wenn du plötzlich nicht mehr arbeiten kannst.
Als jemand, der gerade in Vermögensaufbau wieder reinkommt, sehe ich das so: Eine gute BU ist wie ein Fundament. Ohne sie ist der ETF-Sparplan später schnell aufgebraucht, wenn etwas passiert. Die Kostenrechnung macht weniger Sinn als bei anderen Versicherungen – es geht um Risikoschutz, nicht um ROI. Mit deinem Einkommen als PM würde ich nicht sparen wollen.