Hallo zusammen,
als Projektmanager bin ich gefühlt die Hälfte des Jahres auf Achse – Hotels, Mietwagen, Flüge, Restaurants. Im Sommer kommen dann noch die privaten Urlaubsausgaben dazu, und ich frage mich langsam ernsthaft, ob ich das nicht besser für mich arbeiten lassen sollte.
Aktuell habe ich eine Kreditkarte, die mir pauschal 0,5% Cashback gibt. Klingt nicht nach viel, aber bei meinem Ausgabenvolumen (schätze so 2.000-3.000€ pro Monat auf der Karte) kommen da immerhin 120-180€ im Jahr zusammen. Nur: Ein Kollege schwört auf Meilenkarten und behauptet, er holt damit deutlich mehr raus.
Jetzt stehe ich vor der Frage: Lohnt es sich wirklich, auf eine Meilenkarte zu wechseln? Oder gibt es Cashback-Karten, die mehr als 0,5% bieten? Ich schaue mir gerade ein paar Angebote an, aber bei den Jahresgebühren und den ganzen Bedingungen verliere ich schnell den Überblick.
Was mich außerdem stört: Manche Karten haben Auslandseinsatzgebühren, andere nicht – und das frisst beim Reisen natürlich direkt in die potenzielle Ersparnis rein.
Hat jemand von euch konkrete Erfahrungen mit Kreditkarten, die sich speziell für viel Reisen und hohe monatliche Umsätze rechnen? Bin für jede Einschätzung dankbar, auch wenn jemand sagt "lohnt sich alles nicht, ist nur Marketing".
Ich bin ehrlich gesagt kein Kreditkartenexperte, aber zum Thema "lohnt sich das wirklich" kann ich was sagen: Ich schaue mir gerade intensiver an, wie Finanzprodukte langfristig performen, und Meilenprogramme haben mich da immer etwas skeptisch gemacht. Die Airlines entwerten die Meilen regelmäßig, ändern die Einlösebedingungen, und plötzlich ist das angesammelte Guthaben viel weniger wert als gedacht. Ich hab das bei Bekannten erlebt. Cashback ist da wenigstens transparent – du weißt genau was du kriegst. Bei deinem Umsatzvolumen würde ich zumindest mal nachrechnen, ob eine Karte mit 1% oder mehr Cashback ohne Jahresgebühr nicht besser fährt als 0,5% mit Gebühr. Hatte selbst vor meiner langen Aktienpause ähnliche Überlegungen zu Bonusprogrammen, bin da immer skeptisch geblieben.
Ich komme gerade selbst aus einer Phase wo ich meine Finanzen neu sortiere, und das Thema Kreditkartengebühren ist mir dabei auch aufgegangen – ich hatte jahrelang eine Karte mit Jahresgebühr und hab nie wirklich nachgerechnet ob sich das lohnt. Hat es nicht.
Für deinen Fall würde ich mal grob folgendes durchrechnen: Nimm deinen realistischen Jahresumsatz auf der Karte, multiplizier mit dem Cashback-Prozentsatz, zieh die Jahresgebühr ab, zieh die Auslandseinsatzgebühren ab die du typischerweise zahlst. Was übrig bleibt ist dein echter Vorteil. Bei vielen Karten kommt da erschreckend wenig raus oder sogar ein Minus.
Ich hab das für mich mit einer einfachen Tabelle gemacht und war überrascht wie schnell man Klarheit bekommt. Klingt banal aber man macht es halt nicht solange man nicht explizit drüber nachdenkt.
Ich bin zwar eher für Autokredit und Baufinanzierung hier unterwegs, aber Kreditkarten kenn ich auch ein bisschen. Bei meiner Sparkasse hab ich gesehen wie unübersichtlich die Konditionen sein können – da haben die auch bei Kartengebühren ziemlich kreativ nachgelegt. Würde auf jeden Fall die Jahresgebühr immer gegenlesen mit dem, was du realistisch zurückbekommst. 0,5% ohne Jahresgebühr kann besser sein als 1,5% mit 100€ Jahresgebühr wenn du nicht genug umsetzt.
Ich hab das vor einigen Monaten systematisch durchgerechnet, weil mich sowas nicht loslässt. Die Kurzfassung: Bei 2.000-3.000€ monatlichem Kartenumsatz ist eine Karte mit 1% Cashback ohne Auslandseinsatzgebühr fast immer besser als Meilenkarten im Economy-Bereich. Meilenkarten rechnen sich eigentlich erst, wenn du regelmäßig Business Class fliegst und die Meilen auch dafür einsetzt – da ist der Gegenwert pro Meile deutlich höher.
Was du unbedingt prüfen solltest: Gibt es einen monatlichen oder jährlichen Maximalbetrag beim Cashback? Manche Karten deckeln bei 50€ im Jahr, dann ist der beworbene Prozentsatz für höhere Umsätze irrelevant. Und ja, Auslandseinsatzgebühren von 1,5-2% können eine scheinbar attraktive Cashback-Karte komplett zunichte machen.
Für Vielreisende mit gemischten Ausgaben (Hotel, Bahn, Flug, Restaurant) schaue ich mir persönlich immer zuerst die effektive Rückvergütung nach Abzug aller Gebühren an, nicht die Headline-Zahl. Tools wie Zinsrechner helfen da leider nicht direkt, aber ne einfache Excel-Tabelle mit deinen typischen Ausgabekategorien bringt Klarheit.