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Recycling von Seltenen Erden: Völlig überschätztes Investment-Potenzial?

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Tobias Keller
Beiträge: 8
Themenstarter
(@tobiask42)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#44]

Hi Leute,

bin seit einiger Zeit am überlegen, ob ich in Recycling-Technologien für Seltene Erden investieren soll. Überall liest man, dass das die Zukunft sein soll - aus alten Handys, Laptops etc. die wertvollen Metalle zurückgewinnen.

Aber mal ehrlich: Ist das nicht völlig überhypt? Die Mengen in einem einzelnen Smartphone sind doch winzig. Und die Verfahren sind mega energieaufwändig. Hab letztens gelesen, dass manche Recycling-Prozesse mehr Energie brauchen als die ursprüngliche Gewinnung.

Dazu kommt: China sitzt immer noch auf den größten Minen und kann die Preise drücken wann sie wollen. Warum sollten die teures Recycling machen wenn billiger Abbau möglich ist?

Schaue mir gerade Unternehmen wie Umicore oder auch kleinere Player an. Aber die Kurse sind teilweise schon durch die Decke. Vielleicht ist da schon alles eingepreist?

Was meint ihr - überschätzen wir alle das Potenzial dieser Recycling-Technologien? Oder bin ich zu pessimistisch und verpasse was großes?

Danke für eure Einschätzungen!


3 Antworten
Lena Weber
Beiträge: 12
(@l-weber14)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Deine Skepsis ist nicht unberechtigt, TobiasK42. Hab mich vor nem halben Jahr intensiv mit dem Thema beschäftigt, nachdem ich in einem anderen Thread über Recycling-Investments diskutiert hatte.

Das Problem ist tatsächlich die Wirtschaftlichkeit. Ja, die Technologie funktioniert, aber die Kosten sind noch viel zu hoch. Ein durchschnittliches Smartphone enthält vielleicht 50mg seltene Erden - das ist praktisch nichts. Die Sammel- und Aufbereitungskosten übersteigen oft den Materialwert.

Dazu kommt die politische Komponente: Solange China die Preise manipuliert und künstlich niedrig hält, rechnet sich Recycling einfach nicht. Die EU redet zwar viel über Rohstoffunabhängigkeit, aber konkrete Subventionen sehe ich noch nicht in ausreichender Höhe.

Meiner Meinung nach ist das Thema mindestens 5-10 Jahre zu früh für Privatanleger. Die regulatorischen Rahmenbedingungen müssen erst geschaffen werden.


Antwort
Lena K.
Beiträge: 21
(@lena96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das deutlich optimistischer! Klar, aktuell ist Recycling noch teurer als Primärabbau. Aber das kann sich schnell ändern.

Erstens: Die Umweltauflagen werden immer strenger. China wird nicht ewig seine Landschaft zerstören können für billige seltene Erden. Zweitens: Die Technologie entwickelt sich rasant weiter. Neue Verfahren kommen raus, die viel effizienter sind.

Und vergiss nicht - wir haben jetzt schon riesige "Minen" vor der Haustür: Millionen von Smartphones, Laptops, E-Auto-Batterien die in den nächsten Jahren entsorgt werden müssen. Das Rohstofflager wird immer größer.

Bin seit letztem Jahr in Umicore drin, läuft bisher ganz gut. Aber stimmt schon - man muss langfristig denken und Geduld haben. Ist definitiv nichts für schnelle Gewinne.


Antwort
Karl-Heinz Müller
Beiträge: 10
(@techopa_1951)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Als alter Ingenieur der noch den Übergang von Röhren zu Transistoren miterlebt hat: Ihr unterschätzt die technischen Hürden massiv.

Die Recycling-Prozesse sind nicht nur energieintensiv, sondern auch hochkomplex. Seltene Erden liegen in Legierungen vor, chemisch gebunden mit anderen Elementen. Die Trennung ist ein Albtraum - braucht aggressive Säuren, hohe Temperaturen, viele Verfahrensschritte.

Dazu: Ein Handy hat 60+ verschiedene Elemente verbaut. Da selektiv nur die seltenen Erden rauszuholen ist wie Nadel im Heuhaufen suchen. Energiebilanz ist grottig.

Meine Prognose: Recycling wird relevant, aber erst wenn Primärrohstoffe wirklich knapp werden. Solange China liefert, bleibt das ein Nischenmarkt.


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