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China-Dominanz bei Seltenen Erden: Wie hedgt ihr das Geopolitikrisiko?

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Frank Hoffmann
Beiträge: 12
Themenstarter
(@frankhoffmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#47]

Hallo zusammen,

mich beschäftigt schon länger die Frage, wie man das extreme Klumpenrisiko bei Seltenen Erden richtig absichern kann. China kontrolliert ja mittlerweile über 80% der globalen Produktion und wenn da mal wieder politische Spannungen aufkommen, crashen die Preise oder schießen durch die Decke.

Hatte letztes Jahr schon mal überlegt in entsprechende ETFs zu investieren, aber irgendwie ist mir das zu einseitig. Klar, die Nachfrage nach Neodym, Dysprosium & Co wird durch Windkraft und E-Mobilität weiter steigen. Aber wenn Xi Jinping mal wieder schlechte Laune hat...

Wie macht ihr das denn? Diversifiziert ihr über verschiedene Regionen (Australien, USA, Kanada)? Oder setzt ihr eher auf die weiterverarbeitenden Unternehmen statt direkt auf die Minen? Hab auch schon von Leuten gehört, die physische Bestände halten, aber das ist ja logistisch ein Alptraum.

Bin gespannt auf eure Strategien und Erfahrungen. Gerade jetzt im Frühjahr, wo viele Infrastrukturprojekte anlaufen, merkt man ja wieder wie abhängig wir von diesen Materialien sind.

Danke schon mal!
Frank


3 Antworten
Michael Berger
Beiträge: 8
(@michael-berger)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Die Abhängigkeit ist wirklich ein Problem, aber ich sehe das etwas entspannter als du, Frank. China hat zwar die Marktmacht, aber sie sind auch darauf angewiesen ihre Produkte zu verkaufen. Komplette Exportstopps sind unrealistisch - das würde ihre eigene Wirtschaft zu stark treffen.

Ich hab einen kleinen Teil meines Rohstoff-Portfolios in Seltene Erden, aber hauptsächlich über breit diversifizierte Fonds. Einzelaktien sind mir bei dem Sektor zu volatil. Bei Gallium hatte ich ja schon mal Pech nach den chinesischen Exportbeschränkungen.

Mein Ansatz: Lieber indirekt über Technologie-Unternehmen profitieren die diese Rohstoffe verarbeiten. Apple, Tesla, Vestas - die müssen sich so oder so absichern und haben die Marktmacht um Preisschwankungen abzufedern.


Antwort
Daniel Kramer
Beiträge: 10
(@d-kramer)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ehrlich gesagt bin ich da sehr skeptisch ob das überhaupt eine sinnvolle Assetklasse für Privatanleger ist. Die Volatilität ist brutal und die Informationsasymmetrie zu groß.

Falls du trotzdem rein willst: Streue maximal über verschiedene Förderländer und investiere nicht mehr als 5% deines Portfolios. MP Materials aus den USA könnte interessant werden, genau wie die neue Mine in Grönland wenn die mal läuft.

Aber mal ne andere Frage: Warum nicht einfach in die großen Bergbaukonzerne wie BHP oder Rio Tinto? Die haben zwar nicht den puren Seltene-Erden-Fokus, sind aber viel stabiler und profitieren trotzdem vom Rohstoff-Boom.


Antwort
Sebastian Weber
Beiträge: 8
(@s-weber47)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hi Frank,

das ist wirklich ne knifflige Sache. Ich hab mich da auch schon dran versucht und bin ehrlich gesagt noch nicht zu 'nem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen.

Meine aktuelle Strategie ist eine Mischung: 40% in diversifizierte Bergbau-ETFs (nicht nur China), 30% in westliche Technologie-Unternehmen die auf Recycling/alternative Materialien setzen und 30% in australische/kanadische Einzelaktien. Lynas Corp zum Beispiel hat ganz gute Aussichten außerhalb der chinesischen Einflusssphäre.

Physische Bestände würde ich persönlich nicht machen - zu kompliziert mit Lagerung und Authentifizierung. Und bei den Spreads verlierst du auch einiges.

Was ich interessant finde: Manche setzen auch auf Unternehmen die Substitute entwickeln. Falls China wirklich mal den Hahn zudreht, könnten die richtig durch die Decke gehen.


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