Ich hab mich mit dem Thema schon etwas auseinandergesetzt, als ich den Rohstoff-ETF-Thread hier mitverfolgt hab.
Kurz gesagt: Platin und Palladium sind beide primär Industriemetalle, der Investmentanteil ist vergleichsweise gering. Das macht sie anders als Gold – viel abhängiger von Konjunktur und Automobilsektor.
Palladium hatte seinen Boom wegen des starken Bedarfs in Benzin-Katalysatoren, aber der Trend läuft gegen ihn. E-Autos brauchen kein Palladium in der Abgasreinigung. Das ist kein Geheimnis, das sehen alle Analysten so.
Platin ist interessanter, weil es a) historisch günstiger als Palladium geworden ist (das war lange umgekehrt) und b) tatsächlich in der Wasserstofftechnologie genutzt wird – vor allem in PEM-Elektrolyseuren. Ob das kurzfristig preistreibend wird, bezweifle ich allerdings. Die Wasserstoffwirtschaft skaliert langsamer als viele hoffen.
Für dein Ziel Altersvorsorge würde ich beides nur sehr klein beimischen, wenn überhaupt. Ein Platin-ETC wäre mein Favorit zwischen beiden, aber ich würde die Gewichtung niedrig halten.
Ich bin zwar eher bei Immobilien und Mietobjekten unterwegs, aber Rohstoffe interessieren mich als Depotbaustein schon länger. Was ich bei Platin und Palladium immer beachte: Die Liquidität dieser Märkte ist vergleichsweise gering. Das bedeutet, Preisschwankungen können heftig sein – in beide Richtungen.
Palladium hat sich von über 3000 Dollar je Unze auf unter 900 Dollar halbiert und nochmal halbiert. Sowas muss man wirklich verdauen können. Für ein ruhiges Altersvorsorgedepot ist das eigentlich nichts, was ich empfehlen würde.
Platin finde ich vom Chance-Risiko-Verhältnis etwas attraktiver gerade, weil es eben so weit unter seinem historischen Verhältnis zu Gold notiert. Aber "günstig" kann noch günstiger werden, das sollte man nie vergessen.