Hi zusammen,
als jemand der sich beruflich viel mit versteckten Kosten beschäftigt, bin ich gerade dabei mein erstes ETF-Portfolio aufzubauen. Aber ehrlich gesagt traue ich den ganzen "kostengünstigen" Versprechen nicht so ganz über den Weg.
Die beworbenen TER-Werte von 0,12% oder 0,20% klingen ja schön, aber wo sind die echten Kostenfallen? Tracking Error, Spread beim Kauf/Verkauf, währungsabgesicherte ETFs mit ihren Swap-Kosten... Da kommt doch bestimmt noch einiges obendrauf?
Und wie ist das mit den verschiedenen Replikationsmethoden? Physisch vs. synthetisch - welche versteckten Kosten lauern da? Bei Swaps kann der Emittent doch theoretisch ordentlich mitverdienen ohne dass es in der TER auftaucht.
Für einen Einsteiger wie mich wäre es echt hilfreich zu wissen: Welche Gesamtkosten kommen realistisch auf mich zu? Nicht nur die schönen Marketing-Zahlen, sondern die echten All-in-Kosten die am Ende meine Rendite fressen.
Bin für jeden Tipp dankbar, wo ich genau hinschauen muss!
Du hast vollkommen recht mit deinem gesunden Misstrauen! Nach 15 Jahren in der Branche kann ich dir sagen: Die TER ist wirklich nur die Spitze des Eisbergs.
Was viele übersehen: Der Bid-Ask-Spread kann bei weniger liquiden ETFs schnell mal 0,2-0,5% pro Trade kosten. Bei häufigeren Käufen summiert sich das ordentlich. Dann kommt noch die Trackingdifferenz dazu - selbst gute ETFs schaffen selten exakt die Indexperformance.
Besonders bei währungsabgesicherten ETFs wird's teuer. Die Absicherungskosten können easy nochmal 0,3-0,6% p.a. draufschlagen, auch wenn das nicht in der TER steht. Bei synthetischen ETFs verdient der Swap-Partner meist mit - die echten Kosten sind oft höher als angegeben.
Mein Tipp: Schau dir die Trackingdifferenz der letzten Jahre an, nicht nur die TER. Und bleib bei großen, liquiden ETFs von etablierten Anbietern. Da sind die versteckten Kosten meist geringer. Für einen realistischen Kostenrahmen würde ich mit 0,4-0,8% Gesamtkosten p.a. rechnen, je nach ETF-Auswahl und Handelsverhalten.