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Buy-and-Hold vs. Market-Timing - warum soll ich Crashs aussitzen?

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Marcus Kaufmann
Beiträge: 0
Themenstarter
(@marcus9263)
New Member
Beigetreten: Vor 5 Tagen
[#19]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit verschiedenen Anlagestrategien und stoße immer wieder auf die Diskussion Buy-and-Hold vs. Market-Timing. Überall liest man "Time in the market beats timing the market" und dass man Crashs einfach aussitzen soll.

Aber mal ehrlich - warum soll ich zusehen, wie mein Depot um 30-40% fällt, wenn ich doch vorher verkaufen und später günstiger wieder einsteigen könnte? Gerade jetzt im Frühjahr, wo die Märkte wieder anzogen nach dem schwierigen Winter, denke ich mir: Hätte ich im Herbst verkauft und jetzt wieder gekauft, wäre ich besser gefahren.

Ich verstehe das Argument mit den Emotionen und dass man den perfekten Ein- und Ausstieg nicht erwischt. Aber bei größeren Crashs sind die Signale doch oft deutlich erkennbar? Rezessionsindikatoren, geopolitische Krisen, etc.

Hat jemand von euch schon mal erfolgreich Market-Timing betrieben? Oder habt ihr Erfahrungen, warum Buy-and-Hold langfristig wirklich besser ist? Würde mich über eure Einschätzungen freuen.

Viele Grüße
Marcus


3 Antworten
Thomas Kellner
Beiträge: 4
(@thomask42)
New Member
Beigetreten: Vor 7 Tagen

Sehe das etwas anders als die Vorredner. Market-Timing ist schwierig, aber nicht unmöglich.

Hab selbst schon mal erfolgreich vor größeren Crashs verkauft - allerdings mehr Glück als Verstand. Das Problem: Für jeden erfolgreichen Trade gibt's drei daneben gegangene, über die man nicht redet.

Ein Kompromiss könnte Core-Satellite sein: 80% Buy-and-Hold in breiten ETFs, 20% für "Spielereien" wie taktische Umschichtungen. So kannst du dein Timing-Bedürfnis befriedigen ohne das Gesamtportfolio zu gefährden.

Wichtiger Punkt: Steuerliche Überlegungen nicht vergessen. In Deutschland zahlst du bei jedem Verkauf Steuern - das frisst die Timing-Gewinne oft wieder auf.


Antwort
Stefan Kramer
Beiträge: 5
(@stefank47)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Woche

Hi Marcus,

kann deine Überlegungen gut verstehen, hab mir früher auch oft gedacht "hätte ich mal verkauft". Aber aus 15 Jahren Erfahrung kann ich dir sagen: Market-Timing ist verdammt schwierig.

Das Problem ist nicht nur der perfekte Ausstieg, sondern vor allem der Wiedereinstieg. Du musst nämlich zweimal richtig liegen - beim Verkaufen UND beim Kaufen. Ich hab das 2008 und 2020 probiert, teilweise verkauft, aber dann den Wiedereinstieg verpasst weil ich auf noch tiefere Kurse gewartet hab.

Bei meinem ETF-Sparplan hab ich dagegen einfach stur weitergespart - auch durch alle Krisen. Das Ergebnis nach 15 Jahren spricht für sich.

Die "deutlichen Signale" sind leider oft nur im Nachhinein deutlich. 2020 dachten alle, der Markt bricht noch weiter ein - stattdessen ging's ab März steil nach oben.


Antwort
Thomas Kern
Beiträge: 2
(@thomask)
New Member
Beigetreten: Vor 7 Tagen

Marcus, du machst einen klassischen Denkfehler: Du betrachtest nur die erfolgreichen Beispiele. Klar, hätte man im Oktober 2007 verkauft und im März 2009 gekauft, wäre das genial gewesen.

Aber wie viele haben das geschafft? Die Studien zeigen eindeutig: 90% der aktiven Trader underperformen den Markt langfristig. Nicht wegen mangelnder Intelligenz, sondern wegen psychologischer Fallen.

Dazu kommen praktische Probleme: Steuern auf Gewinne, Transaktionskosten, und vor allem die verpassten besten Tage. Die meisten Marktgewinne entstehen an wenigen Tagen - verpasst du die, ist deine Performance im Eimer.

Buy-and-Hold ist nicht sexy, aber mathematisch und historisch bewiesen effektiver. Die Zeit arbeitet für dich durch Zinseszins und durchschnittliche Marktrendite von ~7% p.a.


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