Hi zusammen,
meine Freundin hat neulich gemeint, dass ich mit meinem Tagesgeld bei der ING (1,5% p.a.) trotzdem Geld verliere wegen der Inflation. Sie meint, wenn die Inflation höher ist als die Zinsen, dann wird mein Geld weniger wert.
Ich hab bisher gedacht, dass 1,5% besser sind als 0% und ich damit auf der sicheren Seite bin. Aber jetzt bin ich verunsichert. Stimmt das wirklich, dass ich trotzdem "Verlust" mache?
Hab ca. 25k auf dem Tagesgeldkonto als Notgroschen und für größere Anschaffungen in den nächsten 2-3 Jahren. Was würdet ihr machen? Soll ich das Geld woanders parken oder ist Tagesgeld trotzdem ok für diesen Zweck?
Danke schonmal!
Technisch gesehen hat sie recht, aber du musst das differenziert sehen. Ja, bei einer Inflation von sagen wir mal 2,5% und 1,5% Tagesgeld-Zinsen hast du einen negativen Realzins von -1%. ABER: Das ist immer noch besser als 0% bei der alten Nullzinspolitik.
Für deinen Verwendungszweck (Notgroschen + Anschaffungen in 2-3 Jahren) ist Tagesgeld genau richtig. Du könntest höchstens schauen, ob du bei anderen Banken 2,0-2,5% bekommst. Aber mehr Risiko für kurzfristig benötigtes Geld würde ich nicht eingehen.
Ja, stimmt leider. Real verlierst du Kaufkraft. Aber was willst du machen? Bei 25k Notgroschen kannst du nicht alles in ETFs stecken.
Deine Freundin hat leider recht. Das nennt sich "Realzins" - wenn die Inflation bei ca. 3-4% liegt und du nur 1,5% Zinsen bekommst, verlierst du real betrachtet Kaufkraft. Ein Beispiel: Was heute 100 Euro kostet, kostet bei 3% Inflation nächstes Jahr 103 Euro. Dein Geld wächst aber nur auf 101,50 Euro.
FÜR DEN NOTGROSCHEN ist das aber trotzdem ok! Sicherheit geht vor Rendite. Ich hab übrigens hier schon mal geschrieben, wie wichtig die Liquidität bei größeren Anschaffungen ist. Für Geld, das du in 2-3 Jahren brauchst, ist Tagesgeld immer noch besser als das Risiko von Kursschwankungen.