Hallo zusammen,
beschäftige mich gerade intensiver mit Anlagestrategien und stoße überall auf diese Buy-and-Hold Geschichte. Soll heißen: ETF kaufen, liegen lassen, Crashs aussitzen. Aber ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum das so viel besser sein soll als rechtzeitig zu verkaufen?
Wenn ich doch sehe, dass die Märkte abstürzen oder abzustürzen drohen - warum soll ich dann einfach dabei zusehen wie mein Depot 30-40% verliert? Klar, langfristig geht's wieder hoch, aber die Zeit bis zur Erholung ist doch verloren. Und das Geld das ich beim Crash-Verkauf rette, kann ich doch günstiger wieder reinvestieren?
Ich plane gerade meine Anlagestrategie für die nächsten Jahre und will eigentlich nicht einfach blind aussitzen. Gerade jetzt im Sommer hab ich Zeit mich damit zu beschäftigen und verschiedene Szenarien durchzudenken.
Bin ich da zu naiv oder macht Market-Timing doch mehr Sinn als immer behauptet wird? Hat jemand Erfahrungen mit beiden Ansätzen?
Das Problem beim Market-Timing ist, dass du zweimal richtig liegen musst: beim Verkauf UND beim Wiedereinstieg. In der Theorie hört sich das super an, in der Praxis scheitern 95% der Leute daran. Du verpasst oft die besten Tage, die meist kurz nach den schlechtesten kommen.
Hab das selbst mal versucht und bin 2020 nach dem ersten Corona-Drop raus... nur um dann bei viel höheren Kursen wieder einzusteigen. Der Markt ist einfach nicht vorhersagbar. Wie ich schonmal geschrieben hab, ist Timing echt schwieriger als man denkt.
Buy-and-Hold funktioniert, weil du den menschlichen Faktor rausnimmst. Emotion ist der größte Feind beim Investieren.