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3,5% Tagesgeld vs. Aktien/ETFs - warum sollte ich Risiko eingehen?

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Markus H.
Beiträge: 19
Themenstarter
(@kontochecker89)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#6]

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor einer Entscheidung und würde gerne eure Meinung hören. Hab aktuell etwa 50k auf verschiedenen Tagesgeldkonten zu Zinsen zwischen 3,2% und 3,5%. Das ist ja mal wieder richtig ordentlich nach den ganzen Nullzins-Jahren.

Jetzt frage ich mich aber: Warum sollte ich überhaupt noch in ETFs oder Einzelaktien investieren? Klar, langfristig waren die Renditen am Aktienmarkt höher, aber das ist ja Vergangenheit und keine Garantie. Bei Tagesgeld hab ich:
- Garantierte 3,5% ohne Risiko
- Täglich verfügbar
- Keine Schwankungen, kann nachts ruhig schlafen
- Einlagensicherung bis 100k

Bei Aktien/ETFs dagegen:
- Ungewisse Rendite, kann auch Verluste geben
- Schwankungen, teilweise heftig
- Langfristig gebunden wenn ich nicht mit Verlust verkaufen will

Ich bin 34 und hab eigentlich noch lange Zeit bis zur Rente, aber bei den aktuellen Zinsen frage ich mich wirklich: Spricht aktuell irgendetwas gegen die sichere Variante? Die Inflation ist ja auch wieder runtergekommen.

Wie seht ihr das? Bin ich zu risikoscheu oder macht Tagesgeld bei 3,5% wirklich Sinn?


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4 Antworten
Klaus M.
Beiträge: 12
(@klaus_1975)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hey,

verstehe deine Überlegung total. Mit 3,5% Tagesgeld ist man erstmal gut bedient, keine Frage. Aber bei deinen 34 Jahren würde ich trotzdem nicht komplett auf Aktien/ETFs verzichten.

Das Problem: Die 3,5% sind nicht in Stein gemeißelt. Wenn die EZB die Zinsen wieder senkt (was früher oder später kommen wird), bist du wieder bei 1% oder weniger. Dann ärgerst du dich, dass du die guten Aktienjahre verpasst hast.

Mein Vorschlag: Mach doch eine Mischung. Behalte erstmal 20-30k auf Tagesgeld als Notgroschen und für kurzfristige Ziele. Den Rest würde ich schrittweise in einen breit gestreuten ETF stecken. Mit 34 hast du noch 30+ Jahre bis zur Rente - da können die Schwankungen locker aussitzen.

Das erinnert mich übrigens an einen Beitrag hier: Basis-Rente mit 55: Reicht die Zeit noch für einen ordentlichen Aufbau? - da ging's auch um Zeitfaktor bei der Altersvorsorge. Je früher du anfängst, desto entspannter wird's später.

Bei der aktuellen Inflation von ~3% machst du mit dem Tagesgeld real quasi null Gewinn. Das solltest du auch bedenken.

Klaus


Antwort
Thomas Krüger
Beiträge: 11
(@thomask92)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Verstehe deine Überlegung total! Bei 3,5% Tagesgeld kann man schon ins Grübeln kommen. Aber ein paar Punkte solltest du bedenken:

1) Die 3,5% gibts nicht ewig. EZB senkt schon wieder die Leitzinsen, die Banken werden nachziehen. In 1-2 Jahren können das wieder 1-2% sein.

2) Mit 34 hast du noch 30+ Jahre bis zur Rente. Selbst wenn der Aktienmarkt jetzt 5 Jahre seitwärts läuft, langfristig waren die Renditen deutlich über 3,5%. Wie ich neulich beim ETF-Thread geschrieben hab, auch kleine Kostenunterschiede zahlen sich langfristig aus - genauso ist es mit ein paar Prozent mehr Rendite.

3) Inflation ist aktuell niedriger, aber real bekommst du trotzdem nur 1-2% nach Steuern und Inflation.

Mein Vorschlag: Mach doch 70/30. 70% weiter in ETFs (Sparplan), 30% als Sicherheitspuffer auf Tagesgeld. So nutzt du beides und kannst ruhig schlafen.


Antwort
Andreas W.
Beiträge: 22
(@andreas-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Sehe ich komplett anders als meine Vorredner. 3,5% RISIKOFREI ist doch super! Warum soll man sich den Stress mit Schwankungen antun wenns auch ohne geht? Bin selbst eher konservativ unterwegs und bereue das nicht.


Antwort
Klaus M.
Beiträge: 12
(@klaus_1975)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kann ThomasK92 nur zustimmen. Bin 49 und hab schon einige Zyklen mitgemacht. Die hohen Tagesgeld-Zinsen sind ein Geschenk für den Notgroschen, aber nicht für den langfristigen Vermögensaufbau.

2008-2012 hatten wir auch mal 4-5% auf Festgeld, danach kam die lange Durststrecke. Wer damals alles aufs Sparbuch gelegt hat, ärgert sich heute schwarz. Hab mal geschrieben dass 20% Einzelaktien ok sind - aber die Basis sollten schon breit diversifizierte ETFs sein.

Mit 34 Jahren auf Tagesgeld zu setzen ist wie mit Tempo 50 auf der Autobahn fahren - sicher, aber du kommst nie an. Die 3,5% sind verlockend, aber denk an den Opportunitätskost. In 20 Jahren ärgerst du dich vermutlich, wenn du jetzt nicht investierst.

Notgroschen 3-6 Monatsausgaben aufs Tagesgeld, Rest langfristig anlegen.


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