Hallo zusammen, ich beschäftige mich derzeit intensiv mit der Frage, ob eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital unter bestimmten Voraussetzungen strategisch sinnvoll sein kann.
Mein Hintergrund: Ich arbeite als Betriebswirt und beschäftige mich beruflich viel mit Kapitalallokation und langfristigen Anlagestrategien. Aktuell überlege ich, ob ich für eine Immobilie im mittleren Preissegment (ca. 350-400k€) komplett über eine Bank finanzieren soll, statt mein gut angelegtes Kapital aus Rohstoff- und Wertpapierinvestments zu liquidieren.
Meine Überlegung: Wenn mein durchschnittliches Rendite-Ziel bei meinen laufenden Anlagen über 5% liegt und die Baufinanzierung bei aktuellen Konditionen um 3,8% kostet, könnte die Spread-Strategie mathematisch Sinn machen. Auch die Steuerersparnis durch Schuldzinsen spielt eine Rolle.
Aber ich will realistisch bleiben: Welche Banken vergeben 2024 überhaupt noch echte Vollfinanzierungen? Und wo unterschätze ich die psychologischen oder marktlichen Risiken? Gibt es Branchen-Erfahrungen, die ich berücksichtigen sollte?
Hey Thomas K., interessante Überlegung. Deine Rendite-Spread-Rechnung klingt auf dem Papier solide, aber ich würde hier realistisch zwei Dinge warnen: Erstens sind 5% durchschnittliche Rendite bei Rohstoffen und Wertpapieren langfristig optimistisch – gerade wenn's eng wird, verkaufst du möglicherweise mit Verlust. Zweitens: Die psychologische Belastung einer 100%-Finanzierung solltest du nicht unterschätzen. Ich kenne mehrere, denen das mehr Schlaflose Nächte beschert hat als gedacht.
Zu deiner Frage mit den Banken – echte Vollfinanzierungen sind 2024 deutlich seltener als noch vor drei Jahren. Die meisten verlangen mindestens 10-15% Eigenkapital. Wenn überhaupt, kriegst du bessere Konditionen mit etwas Eigenkapital rein. Meine Erfahrung: Eine 80-90%-Finanzierung könnte der bessere Kompromiss sein. Das reduziert deine Zinslasten spürbar und gibt dir psychologischen Raum.