Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit einigen Wochen mit Peer-to-Peer-Kreditplattformen und bin dabei auf einige interessante Angebote für Kunden gestoßen, die eine klassische Bankfinanzierung nicht bekommen – sei es wegen negativer Schufa-Einträge oder problematischer Einkommenssituationen.
Als Bankkaufmann mit 20 Jahren Erfahrung kenne ich die klassischen Kreditvergabekriterien aus dem Effeff: Bonität, Einkommen, Sicherheiten. Aber gerade im August, wenn viele kurzfristig finanzieren müssen, höre ich immer öfter von P2P-Plattformen wie Auxmoney, Mintos oder ähnliche.
Meine Fragen:
- Wie seriös und nachhaltig sind diese Plattformen wirklich?
- Welche versteckten Kosten kommen auf Kreditnehmer zu (Gebühren, Maklerentgelte etc.)?
- Für welche Situationen würde ich als Berater P2P-Kredite empfehlen, für welche eher nicht?
- Gibt es aktuell bessere Alternativen bei schlechterer Bonität?
Freue mich auf ehrliche Einschätzungen – gerne auch kritisch.
Interessante Frage. Ich habe mir die technische Seite mehrerer P2P-Plattformen angeschaut. Die meisten arbeiten mit API-Anbindungen zu Schufa und anderen Datenquellen – also keine echte Alternative zur klassischen Bonitätsprüfung. Das Risiko für Kreditgeber (und damit indirekt Kreditnehmer) ist erheblich. Bei vorgelagerten Risikoprüfungen sehe ich ähnliche Probleme. Mein Fazit: Eher für Investoren interessant, nicht für Kreditnehmer.
Kurz: Für meine Kostensenkung spielen P2P-Kredite keine Rolle, aber deine Frage zeigt genau das Problem. Wenn klassische Banken ablehnen, sollte man erst mal klären warum – nicht blind zur teuersten Alternative greifen.
Danke der Frage, Frank. Bin in diesem Bereich noch relativ unerfahren, aber: Wenn selbst erfahrene Leute wie du skeptisch sind, sagt das viel. Heißt das im Umkehrschluss, dass es reale Alternativen gibt, wenn die Bank ablehnt? Kreditgenossenschafte, spezielle Vermittler, sowas?
Genau hier sind versteckte Kosten das Problem. Viele P2P-Plattformen werben mit attraktiven Gesamtzinssätzen, aber rechnen nicht die Maklergebühren, Bearbeitungsgebühren und – wichtig – Ausfallrisiken richtig ein. Nach meinen 15 Jahren Bankbranche: Das ist in der Realität teurer als es aussieht. Kunden fühlen sich von den "alternativen" Marketingversprechen verleitet.