Hallo zusammen,
ich bin Michael und beschäftige mich seit kurzem wieder aktiv mit meinen Finanzen – hab da die letzten Jahre etwas schleifen lassen. Jetzt sitze ich vor einer Entscheidung, die mich nicht so richtig loslässt.
Ich habe einen Immobilienkredit von etwa 280.000€ mit einem Zinssatz von 2,1% p.a. und einer Tilgungsrate von 2% – läuft noch gut 25 Jahre. Diesen Sommer hatte ich ein paar gute Monate beruflich, und jetzt überlege ich, ob ich einen Teil davon als Sondertilgung in den Kredit stecken soll.
Die klassische Ratschlag ist ja: "Bei 2% Zinsen lohnt sich extra Tilgung nicht – besser anlegen." Aber irgendwie fühlt sich die psychologische Komponente wichtig an, und ich weiß nicht, ob ich den Mut hätte, dieses Geld in den Markt zu packen.
Wie würdet ihr das sehen? Rechnet sich Sondertilgung bei meinem Zins überhaupt noch? Oder bin ich einfach zu konservativ und sollte das Geld eher in einen ETF-Sparplan stecken?
Freue mich auf eure praktischen Erfahrungen!
Interessante Konstellation. Ich arbeite ja viel mit Portfolio-Strategien – und bei deinem Zins würde ich das so sehen: Die 2,1% sind quasi ein garantierter "Sparertrag" bei Tilgung. Das Risiko auf der Anlageseite muss dir bewusst sein. Mein Ansatz: Notfallfond absichern, dann 50/50 Sondertilgung und breitgestreute Anlage. Nach 12 Jahren Pause wieder am Markt zu sein bedeutet auch: realistischen Anlagehorizont im Kopf behalten und nicht jedem Crash panik-verkaufen. Bei dir sollte das aber machbar sein.
Gute Frage – da sind wir in einer ähnlichen Situation. Nach meiner 15-Jahres-Pause habe ich gelernt: Bei solch stabilen, niedrigen Zinsen lohnt sich psychologisch oft mehr zu tilgen als mathematisch optimal. Aber wenn dein Einkommen stabil ist, würde ich tatsächlich einen Hybrid-Ansatz fahren: Vielleicht 40% Sondertilgung, 60% in einen automatisierten ETF-Sparplan. Das gibt dir beide Welten und du brauchst nicht ständig zu hinterfragen, ob du richtig entschieden hast.
Bei 2,1% ist Sondertilgung mathematisch tatsächlich schwer zu rechtfertigen – solide Mischfonds oder ein World-ETF sollten langfristig deutlich mehr bringen. Ich nutze dafür gerne Portfolio-Tools, um die realen Zahlen zu vergleichen. Die psychologische Komponente versteh ich, aber bei deinem niedrigen Zins würde ich eher für die Anlage-Seite argumentieren. Hast du deine Geldanlage-Quote schon optimiert?
Warte, bei 2,1% sollte das Thema für dich ja eigentlich klar sein: anlegen statt tilgen. Selbst mit vorsichtigen Szenarien verdienst du da minimal langfristig besser. Oder zahlst du irgendwelche versteckten Kosten?