Hallo zusammen,
ich beschäftige mich schon länger damit, mein Einkommen durch passives Einkommen zu ergänzen – primär über Tagesgeldkonten und Online-Banking-Produkte. Jetzt im Sommer habe ich etwas mehr Zeit zum Durchrechnen und merke, dass ich wahrscheinlich nicht das Maximum raushole.
Meine aktuelle Situation: Ich verteile mein Erspartes auf zwei Tagesgeldkonten bei verschiedenen Direktbanken, um Aktionszinsen mitzunehmen. Das hat bisher ganz gut funktioniert, aber die Aktionszeiträume laufen immer wieder aus und dann ist man wieder beim Basissatz – der ist bei manchen Anbietern echt enttäuschend niedrig.
Meine Fragen an euch:
– Wie handhabt ihr das konkret, wenn ein Aktionszins ausläuft? Einfach wechseln oder verhandeln?
– Gibt es Anbieter, wo der Basissatz dauerhaft wettbewerbsfähig ist, ohne ständig Neukunde sein zu müssen?
– Macht es Sinn, einen Teil in kurzlaufende Festgelder umzuschichten, um planbarere Erträge zu haben?
– Und: Rechnet ihr eure Zinserträge aktiv als Einkommensbestandteil in eure Finanzplanung ein oder behandelt ihr das eher als Bonus?
Mich interessiert vor allem, ob jemand eine Strategie hat, die langfristig funktioniert und nicht ständig Aufmerksamkeit erfordert. Ich will ja passives Einkommen, kein zweites Hobby.
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Thomas
Aus meiner Berufserfahrung: Die Strategie mit zwei Tagesgeldkonten parallel zu führen ist absolut sinnvoll, aber man muss auch den administrativen Aufwand im Blick behalten. Was viele unterschätzen – der Freistellungsauftrag muss auf beide Konten korrekt aufgeteilt sein, sonst zahlt man unnötig Abgeltungssteuer auf Erträge die eigentlich noch unter dem Sparerpauschbetrag liegen würden.
Zur Festgeld-Frage: Ja, kurze Laufzeiten von 3-6 Monaten sind ein vernünftiger Kompromiss wenn man nicht zu viel Liquidität binden will. Man kann das auch staffeln – also jeden Monat einen Teil in ein 3-Monats-Festgeld, dann hat man rollierend jeden Monat einen Betrag frei.
Basissatz verhandeln funktioniert bei Direktbanken so gut wie gar nicht, das ist halt kein Filialgeschäft mit persönlichen Ansprechpartnern. Wechsel ist da oft die einzige Option. Allerdings: Manche Anbieter locken Neukunden mit tollen Konditionen und der Basissatz ist dann lausig – das sollte man vorher checken, nicht erst wenn der Aktionszeitraum abläuft.
Und ja, Zinserträge gehören in die Finanzplanung rein, auch wenn die Beträge überschaubar sind. Ist eine Frage der Disziplin.
Gute Frage, die mich auch beschäftigt. Ich bin nach langer Pause gerade dabei, meine Rücklagen wieder sinnvoll anzulegen – hatte das Thema ehrlich gesagt über 15 Jahre komplett schleifen lassen, was im Nachhinein natürlich nicht klug war.
Was ich bisher rausgefunden habe: Die Aktionszinsen-Jagd ist wirklich anstrengend. Ich hab mir das kurz überlegt und bin zum Schluss gekommen, dass ich lieber einen etwas niedrigeren aber stabilen Zinssatz akzeptiere, als ständig hin- und herzuwechseln. Allein schon wegen dem Aufwand mit den Identifizierungsverfahren und den neuen Konten.
Bei Festgeld bin ich auch gerade am Schauen. Für mich klingt das eigentlich sinnvoll – man weiß was man bekommt und muss nicht ständig reagieren. Kurze Laufzeiten von 3-6 Monaten scheinen da ein guter Kompromiss zu sein. Aber ich bin da echt kein Experte, ich sammel gerade selbst noch Erfahrungen.
Die Frage ob man Zinserträge aktiv in die Planung einrechnet finde ich interessant. Ich persönlich würde das erstmal als Bonus behandeln solange die Beträge überschaubar sind.
Ich hab mich mit dem Thema Nebengewerbe und steuerlichen Aspekten schon beschäftigt (hatte dazu einen eigenen Thread), aber Tagesgeld als Einkommensquelle ist nochmal eine andere Baustelle.
Ehrlich gesagt bin ich da ein bisschen skeptisch ob man Zinserträge ernsthaft als "Einkommen steigern" verbuchen kann. Bei aktuellen Beträgen, die die meisten auf Tagesgeld parken, reden wir doch meistens von ein paar hundert Euro im Jahr, abzüglich Abgeltungssteuer. Das ist nett, aber kein Gamechanger.
Was ich aber interessant finde: die Kombination aus gutem Tagesgeld als Cash-Reserve plus ETF-Sparplan für den Rest. Das gibt zumindest strukturell mehr Rendite langfristig. Rein auf Zinsen zu optimieren fühlt sich für mich eher wie Detailarbeit an, nicht wie Einkommensaufbau.
Für die konkrete Frage zum Anbieterwechsel: Manche Direktbanken haben tatsächlich dauerhaft faire Basissätze, das muss man eben vergleichen. Gibt genug Vergleichsseiten dafür.