Hallo zusammen,
ich bin 27, Berufseinsteiger, und versuche gerade meinen Finanzplan irgendwie sinnvoll aufzustellen. Ich hab noch Konsumkredite laufen (ca. 8.000€ Restschuld, monatliche Rate ~180€) und langfristig möchte ich eigentlich in Wohnimmobilien investieren. Das ist aber noch Zukunftsmusik.
Jetzt bin ich über P2P-Kredite gestolpert als Möglichkeit, monatliches Einkommen aufzubauen. Die Zinsen klingen verlockend – manche Plattformen werben mit 8-12% p.a. Mein Gedanke war: Wenn ich monatlich kleine Beträge investiere, könnte ich parallel zur Schuldentilgung schon eine Art Einkommensquelle aufbauen, die mich später beim Eigenkapital für Immobilien unterstützt.
Aber je mehr ich lese, desto unsicherer werde ich. Gerade im Sommer merke ich, wie schnell Geld für spontane Ausgaben draufgeht (Klimaanlage für das Zimmer, vielleicht noch ein Kurzurlaub), und ich frage mich ob ich überhaupt genug Disziplin hätte.
Meine konkreten Fragen:
- Ist P2P mit noch laufenden Schulden finanziell überhaupt rational?
- Welche Plattformen sind 2026 noch seriös und aktiv?
- Lässt sich damit realistisch ein messbares monatliches Zusatzeinkommen aufbauen, oder ist das eher langfristiges Vermögen?
- Wie hoch ist das tatsächliche Ausfallrisiko aktuell?
Ich will keine schnelle Lösung, sondern verstehen ob das in meine Gesamtstrategie passt. Danke schon mal!
Zur ersten Frage: Nein, eigentlich nicht rational. Dein Konsumkredit kostet dich wahrscheinlich 6-10% Zinsen, vielleicht mehr. Was P2P nach Ausfällen und Steuern übrig bleibt, ist oft kaum besser – wenn überhaupt. Das ist kein echter Hebel.
Ich hab selbst mal überlegt, P2P beizumischen, hab's dann aber gelassen. Der Verwaltungsaufwand passt einfach nicht zu meinem Ansatz – ich will Dinge, die ich einmal aufsetze und dann laufen lassen kann. Bei P2P musst du Plattformrisiken im Blick behalten, Diversifikation über Kredite hinweg managen, Steuerreporting... das frisst Zeit.
Für dich konkret: Schuldentilgung ist die beste risikofreie Rendite die du gerade haben kannst. Danach Notgroschen, dann ETF-Sparplan. Das klingt langweilig, aber du bist 27 – Zeit ist dein größter Vorteil.
P2P als monatliches Einkommensstream bei kleinen Beträgen? Das ist eher Theorie. Erst ab wirklich größeren Summen merkst du überhaupt was.