Hallo zusammen,
ich bin nach einer längeren Auszeit ohne festes Einkommen jetzt seit ein paar Monaten wieder in geregelten Verhältnissen und versuche, meine Finanzen Schritt für Schritt in den Griff zu kriegen. Noch ein paar alte Schulden, aber das läuft strukturiert ab.
Jetzt hab ich über P2P-Kredite gelesen – also dass man selbst als Kreditgeber auftreten und Zinsen kassieren kann. Klingt auf den ersten Blick interessant, weil die Renditen von manchen Plattformen mit 8–12% angegeben werden. Aber ich bin da sehr unsicher, ob das für jemanden in meiner Situation überhaupt Sinn macht.
Meine konkreten Fragen:
- Wie realistisch sind diese Renditeversprechen wirklich?
- Was passiert, wenn ein Kreditnehmer nicht zahlt – verliert man dann alles was man investiert hat?
- Gibt es Plattformen die seriöser sind als andere, oder ist das generell eher ein Zocker-Instrument?
- Macht P2P bei kleinen Beträgen (z.B. 500–1000 Euro) überhaupt Sinn, oder ist der Aufwand dann zu hoch?
Ich stecke noch mitten in der Schuldenabbau-Phase, will aber parallel schon anfangen, irgendwie Rücklagen aufzubauen. Vielleicht ist P2P ja ein Weg – oder ihr sagt mir direkt, dass das Quatsch ist. Bin für jeden ehrlichen Input dankbar.
Grüße, Markus
Markus, ich sag dir das direkt aus meiner Erfahrung: Fang jetzt nicht mit P2P an.
Ich kenn das Instrument, hab selbst Geld auf verschiedenen Plattformen gehabt – auch auf solchen die damals "seriös" wirkten. Die 8-12% klingen gut, sind aber oft nur auf dem Papier realistisch. Ausfälle knabbern daran erheblich, und bei kleinen Beträgen streust du kaum genug um das abzufedern.
Was mich aber mehr beschäftigt: Du hast noch aktive Schulden. Welchen Zinssatz zahlst du da? Meistens liegt der deutlich über dem, was P2P nach Ausfällen tatsächlich einbringt. Das ist dann schlicht kein gutes Geschäft.
Mein Rat: Erst Schulden tilgen, dann als Puffer ein Tagesgeld mit 3-4 Monatsgehältern aufbauen. Danach kannst du immer noch diversifizieren, mit klarem Kopf und ohne dass dich ein Plattformausfall in echte Probleme bringt. P2P ist kein schlechtes Instrument grundsätzlich – aber timing ist alles.