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Fondsgebundene RV oder lieber selbst ETF-Sparen - Hilfe bei Entscheidung?

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Lena K.
Beiträge: 21
Themenstarter
(@lena96)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#65]

Hallo zusammen!

Ich bin gerade etwas überfordert und brauche mal euren Rat. War letzte Woche bei meiner Hausbank wegen einem neuen Girokonto und der Berater hat mir gleich eine fondsgebundene Rentenversicherung vorgeschlagen. Bin 28 und verdiene ganz okay (etwa 2800 netto), hab aber bisher nur bisschen Geld aufm Tagesgeld rumliegen.

Der Typ meinte, das wäre perfekt für die private Altersvorsorge - steuerliche Vorteile, professionelles Fondsmanagement, und nach 12 Jahren kann ich auch teilweise wieder ran. Klingt erstmal nicht schlecht, aber online lese ich überall nur Horror-Stories über hohe Kosten und schlechte Renditen.

Jetzt bin ich total unsicher: Soll ich das machen oder lieber selbst einen ETF-Sparplan aufsetzen? Hab ehrlich gesagt noch nie Wertpapiere gekauft und kenne mich da null aus. Bei der Versicherung würde das alles automatisch laufen...

Was würdet ihr machen? Bin dankbar für jeden Tipp! Möchte nicht in 30 Jahren feststellen, dass ich die falsche Entscheidung getroffen hab.

Viele Grüße
Lena


3 Antworten
Thomas Kern
Beiträge: 10
(@thomask)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hi Lena,

kann dich gut verstehen - war vor ein paar Jahren in ähnlicher Situation. Lass dich nicht unter Druck setzen! Fondsgebundene RVs haben oft Kosten von 2-3% jährlich, das frisst richtig Rendite auf.

Ich würde dir empfehlen: Fang erstmal klein mit nem ETF-Sparplan an, z.B. 100€ monatlich auf MSCI World. Das ist viel flexibler und günstiger (oft nur 0,2% Kosten). Du kannst jederzeit pausieren oder erhöhen, bist nicht 30+ Jahre gebunden.

Die steuerlichen Vorteile der RV sind meist nicht so toll wie sie klingen - und die Flexibilität ist Gold wert. Falls du später mal Eigenkapital für ne Wohnung brauchst oder arbeitslos wirst, kommst du an dein ETF-Depot ran. Bei der Versicherung ist das kompliziert.

Bin mittlerweile sehr froh, dass ich damals nicht abgeschlossen hab.


Antwort
Hans Weber
Beiträge: 9
(@h-weber)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Liebe Lena,

aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich nur sagen: Finger weg von diesen Produkten! Ich habe schon zu viele Leute gesehen, die nach Jahren frustriert waren.

Die Banken verdienen an solchen Produkten deutlich mehr als an ETF-Sparplänen - deshalb werden sie so aggressiv beworben. Ein einfacher ETF-Sparplan ist in 99% der Fälle die bessere Lösung.

Fang klein an: 100€ monatlich in einen breit gestreuten ETF, zum Beispiel MSCI World. Das kannst du jederzeit anpassen. Keine Bindung, niedrige Kosten, maximale Flexibilität.

Die "professionelle Verwaltung" ist meist nur Marketing - passive ETFs schlagen über lange Zeiträume die meisten aktiven Fonds. Und du musst nicht 40 Jahre lang jeden Monat einzahlen, nur weil du mal einen Vertrag unterschrieben hast.


Antwort
Stefan Mueller
Beiträge: 13
(@stefan-mueller37)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Moin Lena,

kann Thomas nur zustimmen. Die Kostenstrukturen bei fondsgebundenen RVs sind meistens intransparent und hoch. Du zahlst Abschlusskosten, Verwaltungsgebühren, Fondskosten - da kommen schnell 2,5-3% zusammen.

Bei meinem Notgroschen hab ich auch erstmal konservativ angefangen, aber ETFs sind wirklich nicht so kompliziert wie gedacht.

Mein Tipp: Depot bei einem Online-Broker aufmachen (ING, DKB, Trade Republic), erstmal mit 50-100€ monatlich anfangen. MSCI World oder FTSE All-World, fertig. Kostet dich 0,15-0,22% statt 3%.

Die 12 Jahre Bindung ist übrigens ein Trick - danach zahlst du trotzdem weiter ein, nur die Kosten sind dann etwas niedriger.


Antwort