Hallo zusammen,
ich war gestern bei meiner Hausbank wegen einer anderen Sache und am Ende hat mir der Berater eine fondsgebundene Rentenversicherung schmackhaft machen wollen. Das Ding soll angeblich super Steuervorteile haben und ich könnte flexibel zwischen verschiedenen Fonds wechseln.
Nun lese ich aber überall, dass diese Produkte überteuert sind wegen der hohen Kosten und Provisionen. Der Berater meinte, die Steuervorteile würden das mehr als wettmachen - gerade bei meinem Steuersatz von 42%. Er hat mir auch erzählt, dass ich bei Rentenbeginn nur die Hälfte versteuern muss.
Bin ich zu skeptisch oder hat er vielleicht doch recht? Ich verdiene ganz gut und zahle entsprechend viel Steuern. Falls das wirklich lohnt, würde ich schon 500-800 Euro im Monat reinstecken können. Andererseits hab ich schon einen ETF-Sparplan und bin damit eigentlich zufrieden.
Kennt sich jemand mit den steuerlichen Aspekten aus? Oder sind das alles nur Verkaufsargumente und ich sollte bei meinen ETFs bleiben?
Also ich hab vor zwei Jahren fast den gleichen Quatsch von meiner Bank gehört. Die Steuervorteile sind echt nicht so dolle wie die tun. Klar, du sparst jetzt erstmal Steuern, aber später musst du's ja trotzdem zahlen - und wer weiß wie die Steuern dann sind.
Die Kosten fressen meist mehr auf als du sparst. Mein Bankberater hatte damals auch von "flexiblen Fondswechseln" geschwärmt, aber die Auswahl war dann doch ziemlich beschränkt und teuer. Bin bei meinen ETFs geblieben und bereue es nicht.
Bei 42% Steuersatz kann eine fondsgebundene Rentenversicherung durchaus Sinn machen, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Steuervorteile sind real - du sparst jetzt 42% auf deine Einzahlungen und zahlst später nur auf die Hälfte der Rente Steuern (Ertragsanteilsbesteuerung).
Entscheidend sind die laufenden Kosten. Wenn die unter 1,5% p.a. liegen und du wirklich lange durchhältst (mindestens 12 Jahre + 5 Jahre Laufzeit für Steuerfreiheit), kann es sich rechnen. Bei meinem letzten Post zu Tagesgeld hatte ich ähnliche Überlegungen zu Steuern.
Lass dir die Kostenstruktur genau aufschlüsseln und rechne selbst nach.
Da muss ich Andreas-Kremer aber widersprechen. Die Rechnung geht nur auf, wenn man davon ausgeht, dass die Steuern im Alter niedriger sind. Bei der demografischen Entwicklung und den Staatsschulden würde ich nicht darauf setzen.
Dazu kommt: ETFs haben auch Steuervorteile durch die Teilfreistellung und du bist viel flexibler. Keine Mindestlaufzeit, keine Abschlusskosten, keine beschränkte Fondsauswahl. Meine Meinung: lieber weiter ETF-Sparplan erhöhen und ggf. zusätzlich Rürup prüfen wenn Steuern sparen das Ziel ist.